KLAWIR-Revolution: Biogas für Milchbauern wird günstig und klimafreundlich
Philipp NetteKLAWIR-Revolution: Biogas für Milchbauern wird günstig und klimafreundlich
Kleinere deutsche Milchbauern mit etwa 100 Kühen könnten bald von einer kostengünstigen Biogaslösung profitieren. Forscher der Universität Hohenheim entwickeln ein standardisiertes Kleinsystem namens KLAWIR, das die Kosten und Installationszeit deutlich senken soll. Das Projekt zielt darauf ab, die Biogasproduktion für mittelgroße Vieh- und Milchbetriebe im ganzen Land wirtschaftlich attraktiv zu machen.
Die KLAWIR-Fermenter werden für einen schnellen und preiswerten Aufbau konzipiert. Die Installation dauert maximal drei Wochen – das reduziert nicht nur die Baukosten, sondern auch Verzögerungen. Die kompakte Anlage mit einer Leistung von bis zu 150 kW qualifiziert sich für höhere Einspeisevergütungen, was die Rentabilität weiter steigert.
Ein entscheidender Vorteil ist die drastische Reduzierung von Methanemissionen. Wird Gülle in einem geschlossenen Fermenter statt in offenen Lagertanks gelagert, lassen sich die Emissionen um bis zu 90 Prozent senken. Das erzeugte Biogas dient zudem als flexibler Energieträger und hilft Landwirten, ihre eigenen Stromkosten zu senken.
Die Bundesregierung fördert die Initiative mit 7,1 Millionen Euro. Ziel ist es, 30–50-kW-Anlagen für weniger als 8.000 Euro pro kW zu entwickeln – deutlich günstiger als große Biogasanlagen. Eine kleine Biogasanlage könnte jährlich etwa 50.000 Euro erwirtschaften und sich so innerhalb eines Jahrzehnts amortisieren.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt die Entwicklung dieser Mikro- und Mini-Biogasanlagen mit Fokus auf eine Leistung von 50 kW. Gelingt der Durchbruch, könnte die Technologie Biogas auch für Betriebe attraktiv machen, für die es bisher zu teuer war.
Das KLAWIR-Projekt hat das Potenzial, die Energieerzeugung auf mittelgroßen Höfen zu revolutionieren. Mit schnellerer Installation, geringeren Kosten und erheblichen Methaneinsparungen könnten solche Anlagen bald zum Standard auf deutschen Viehbetrieben werden. Durch die staatliche Förderung und die Forschung der Universität Hohenheim soll Kleinstbiogas sowohl praxistauglich als auch wirtschaftlich lukrativ werden.






