KI-Tool JANO revolutioniert die Anonymisierung von Gerichtsurteilen in zwei Bundesländern
Bernhardine RörrichtKI-Tool JANO revolutioniert die Anonymisierung von Gerichtsurteilen in zwei Bundesländern
Baden-Württemberg und Hessen haben ein neues KI-Werkzeug namens JANO eingeführt, das bei der Anonymisierung von Gerichtsurteilen helfen soll. Das System zielt darauf ab, manuelle Arbeit zu reduzieren und mehr juristische Entscheidungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Beide Bundesländer sehen darin einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des Justizwesens durch den Einsatz von Technologie.
Die Justizministerinnen Marion Gentges (Baden-Württemberg) und Roman Poseck (Hessen) stellten JANO offiziell am Landgericht Mannheim vor. Der Prototyp wurde in Zusammenarbeit von Justizmitarbeitenden beider Länder und einem IT-Unternehmen entwickelt. Die KI erkennt automatisch personenbezogene Daten in Gerichtsentscheidungen und schlägt Anonymisierungen vor, die anschließend von Mitarbeitenden geprüft werden.
Bisher ist die Anonymisierung von Urteilen ein zeitaufwendiger manueller Prozess. Dies verzögert nicht nur die Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen, sondern schränkt auch deren Verfügbarkeit für die Schulung zukünftiger KI-Systeme ein. JANO soll diese Abläufe effizienter gestalten und es ermöglichen, mit weniger Aufwand mehr Urteile zu veröffentlichen.
Die beiden Minister betonten, dass KI die menschliche Entscheidungsfindung im Justizsystem unterstützen, aber nicht ersetzen solle. Baden-Württemberg gilt als Vorreiter bei der Digitalisierung der Gerichte, während Hessen bereits Erfahrung mit anderen KI-Projekten wie Frauke und Codefy sammeln konnte. Langfristig soll eine Datenbank mit anonymisierten Entscheidungen aufgebaut werden, die sowohl die Weiterentwicklung von KI als auch den breiteren Zugang zu Rechtsurteilen fördert.
Das JANO-System wird die Arbeitsbelastung der Justizmitarbeitenden verringern und die Anzahl der veröffentlichten Gerichtsentscheidungen erhöhen. Zudem stellt es anonymisierte Daten bereit, um künftige KI-Tools im juristischen Bereich zu verbessern. Beide Bundesländer werden den Prototypen in den kommenden Monaten weiter testen und optimieren.






