Jungheinrich kämpft mit Führungswechsel und sinkendem Börsenwert
Jungheinrich: Führungswechsel nach finanziellen Turbulenzen
Der deutsche Industrieausrüster Jungheinrich hat einen bedeutenden Wechsel in der Unternehmensführung bekannt gegeben. Heike Wulff, die Finanzvorständin des Konzerns, verlässt ihr Amt früher als geplant – dies erfolgte in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat. Die Entscheidung fällt in eine Phase zunehmender finanzieller Herausforderungen und eines deutlichen Rückgangs des Unternehmenswerts.
Die Probleme des Unternehmens haben sich in den letzten Monaten verschärft. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte ein. Ein langwieriger Streik im Werk Lüneburg sowie der harte Wettbewerb in der Branche verschärften den Druck zusätzlich.
Die Anteilseignerstruktur von Jungheinrich bleibt fest in der Hand der Gründerfamilie. Die 54 Millionen stimmberechtigten Stammaktien, die 53 Prozent des Unternehmens repräsentieren, sind gleichmäßig auf die Nachkommen des Firmengründers Friedrich Jungheinrich aufgeteilt. Die 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien hingegen werden öffentlich an der MDAX gehandelt.
Mit Wulffs Abgang übernimmt Vorstandschef Lars Brzoska die Finanzverantwortung kommissarisch. Er wird den Bereich leiten, bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist. Der Schritt folgt auf eine schwierige Phase für das Unternehmen, dessen Börsenwert seit Ende 2025 um fast 30 Prozent auf etwa 2,6 Milliarden Euro geschrumpft ist.
Der Führungswechsel spiegelt Jungheinrichs Bemühungen wider, sich angesichts der finanziellen Belastungen zu stabilisieren. Brzoskas vorübergehende Übernahme der Finanzabteilung soll die Geschäfte beruhigen, während die Suche nach einer neuen Führungskraft läuft. Die weitere Entwicklung des Unternehmens und das Vertrauen der Aktionäre werden maßgeblich davon abhängen, wie schnell die aktuellen Herausforderungen bewältigt werden können.






