Horbs Bürger entscheiden am 30. November über Windkraft im Stadtwald
Adriane BoucseinHorbs Bürger entscheiden am 30. November über Windkraft im Stadtwald
Die Bürger von Horb am Neckar werden bald über die Zukunft der Windenergie in ihrer Stadt entscheiden. Am 30. November 2025 stimmen sie in einem Bürgerentscheid ab, ob in städtischen Waldgebieten Windkraftanlagen errichtet werden dürfen. Die Abstimmung ist das Ergebnis monatelanger Kampagnenarbeit und fällt in die Zeit, in der der neu gewählte Bürgermeister sein Amt antreten wird.
Den Anstoß gab eine lokale Initiative, die 2.433 gültige Unterschriften sammelte – genug, um das erforderliche Quorum zu erreichen. Dies stellt eine Wende dar: Ein früherer Versuch unter Führung des Stadtrats Hermann Walz war zuvor an mangelnder Unterstützung gescheitert.
Der Gemeinderat hat die Durchführung der Abstimmung nun beschlossen, wobei sich nur ein Mitglied der Stimme enthielt. Das landesgeförderte Forum Energiedialog wird den Prozess begleiten und eine Informationsbroschüre für die Bürger erstellen. Bei einer öffentlichen Versammlung am 16. Oktober 2025 haben die Einwohner zudem die Möglichkeit, vor der Abstimmung Fragen zu stellen.
Seit mindestens fünf Jahren wurden im weiteren Umkreis von Horb keine Windräder mehr gebaut. Aus jüngsten Unterlagen geht hervor, dass erst im Spätherbst 2025 ein einziger Bauantrag eingereicht wurde – allerdings für ein Nicht-Windkraft-Projekt in der benachbarten Gemeinde Rosenfeld. Die anstehende Abstimmung wird konkret lauten: "Sollen im Eigentum der Stadt Horb am Neckar stehende Waldflächen für die Nutzung durch Windkraftanlagen zur Verfügung gestellt werden?"
Die geschätzten Kosten für die Durchführung des Bürgerentscheids belaufen sich auf 55.000 Euro, die nicht im Haushalt 2025 eingeplant waren. Der neu gewählte Bürgermeister Michael Keßler wird sein Amt offiziell am 1. November antreten – nur wenige Wochen vor der Abstimmung.
Das Ergebnis des Bürgerentscheids am 30. November wird die Energiepolitik in Horb am Neckar für die kommenden Jahre prägen. Bei einer Zustimmung könnte der Weg für Windkraftprojekte in städtischen Wäldern frei werden. Gleichzeitig wird die Abstimmung zeigen, wie groß die lokale Unterstützung für erneuerbare Energien in einer Region ist, in der seit Langem keine solchen Anlagen mehr entstanden sind.






