Hamburger Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu 1.200 Euro Strafe
Bernhardine RörrichtHamburger Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu 1.200 Euro Strafe
Ein Hamburger Gericht hat einen Mann wegen homophober Beleidigungen und Bedrohungen gegen einen Mitfahrenden in der U-Bahn zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den drastischen Anstieg queerenfeindlicher Hasskriminalität in ganz Deutschland – seit 2010 haben sich die Vorfälle verzehnfacht. Allein im vergangenen Jahr registrierten die Behörden bundesweit 2.048 solche Straftaten.
Der Vorfall begann, als Michael W. abfällige Kommentare über die Lackschuhe von Tibor P. machte. Anschließend steigerte er sich zu verbalen Drohungen, wodurch sich Tibor P. überfordert, gedemütigt und verängstigt fühlte. Ein Zeuge griff ein und wies Michael W. an, "seinen Mund zu halten", nachdem dieser weiter beleidigt hatte.
Während des Prozesses räumte Michael W. die Beleidigungen ein und entschuldigte sich später. Einen Vorwurf der Körperverletzung wies er jedoch zurück, obwohl Überwachungsaufnahmen eine Rangelei auf dem U-Bahnsteig zeigten. Die Richterin lobte in ihrem Urteil den schnellen Einsatz und das zivilcouragierte Handeln des Zeugen.
Tibor P. sagte aus, er erlebe ähnliche Angriffe etwa einmal pro Woche. Das Gericht verurteilte Michael W. schließlich wegen Beleidigung und Bedrohung und setzte die Geldstrafe in 150 Tagessätzen an.
Die Verurteilung fällt in eine Zeit, in der Deutschland mit einer Welle queerenfeindlicher Gewalt kämpft. Offizielle Zahlen zeigen 2.048 Hassdelikte im vergangenen Jahr – ein Zeichen für den wachsenden gesellschaftlichen Hass. Das Urteil sendet ein klares rechtliches Signal gegen solches Verhalten im öffentlichen Raum.






