Hagel will jüngster Ministerpräsident werden – CDU setzt auf Einheit vor der Bundestagswahl 2025
Mahmut UllmannMerz-Show: Bringt der Parteitag Hagel den letzten Schub? - Hagel will jüngster Ministerpräsident werden – CDU setzt auf Einheit vor der Bundestagswahl 2025
CDU-Bundesparteitag in Stuttgart: Hagel will jüngster Ministerpräsident werden
Am Wochenende fand in Stuttgart der Bundesparteitag der CDU statt – mit dem Ziel, den Wahlkampf von Manuel Hagel vor der Bundestagswahl in zwei Wochen zu stärken. Der 38-Jährige, Spitzenkandidat der Partei, könnte bei einem Sieg am 9. Juni zum jüngsten Ministerpräsidenten in der Geschichte Deutschlands werden. Die Parteiführung nutzte die Veranstaltung, um nach jüngeren internen Debatten, die unter den Mitgliedern für Unbehagen gesorgt hatten, Geschlossenheit und Stärke zu demonstrieren.
Bundeskanzler Friedrich Merz gab früh den Ton vor und erklärte Hagel zum künftigen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs. In seiner Rede rief er zur Solidarität auf und betonte: "Wenn wir geschlossen auftreten, können wir gemeinsam alles erreichen." Der Parteitag verlief reibungslos – zur Erleichterung der Kampagnenverantwortlichen, da Merz nach früheren Kontroversen diesmal auf weitere rhetorische Fehltritte verzichtete.
Hagel nutzte seine Eröffnungsrede, um sich als gemäßigter Gegenentwurf zu positionieren. Er stellte seinen Wahlkampf zwischen den, wie er es nannte, "Radikalismus" der rechtspopulistischen AfD und die "Ideologie" der Grünen. Die Veranstaltung bot ihm eine Bühne, um sein Profil zu schärfen und sich als pragmatische Stimme in einem immer enger werdenden Wahlumfragen zu präsentieren.
Interne Streitigkeiten hatten die Partei zuletzt erschüttert. Ein Vorschlag des Wirtschaftsflügels der CDU, unterstützt von Teilen des Wirtschaftsrats, hatte bundesweit Kritik ausgelöst, bevor sich die Führung distanzierte. Strategen räumten ein, dass diese Debatten dem Wahlkampf nicht geholfen hätten, betonten aber, die Folgen würden schnell verfliegen. Umfragen sehen die CDU zwar noch vor den Grünen, doch der Vorsprung schmilzt – was bei manchen Mitgliedern für Nervosität sorgt.
Hagels politische Agenda umfasst unter anderem die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre sowie Reformen der Sozialsysteme, um den Rückgang der Erwerbstätigen im Verhältnis zu den Rentnern zu bewältigen. Zudem schlägt er eine Ausweitung der Arbeitszeiten vor und verweist darauf, dass Deutsche jährlich 200 Stunden weniger arbeiten als Schweizer Beschäftigte. Sein Fokus liegt auf wirtschaftlicher Anpassung, nicht auf EU-Zusammenarbeit.
Der Parteitag endete mit einer demonstrativen Einheitsshow, die Hagels letzten Wahlkampfspurt vor der Abstimmung beflügeln soll. Nun kommt es darauf an, die Führung der CDU zu halten und gleichzeitig die Herausforderungen durch Grünen und AfD abzuwehren. Die Bundestagswahl am 9. Juni wird zeigen, ob er als jüngster Ministerpräsident des Landes Geschichte schreibt.






