Hagel lotet neue Koalitionen aus: CDU in Baden-Württemberg vor historischem Wandel
Philipp NetteCDU-Chef Hagel sieht Alternativen zu den Grünen - Hagel lotet neue Koalitionen aus: CDU in Baden-Württemberg vor historischem Wandel
Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 zeichnet sich eine Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse ab. Der cdu-Spitzenkandidat Manuel Hagel zeigt sich offen für neue Koalitionsoptionen und distanziert sich damit von der bisherigen Zusammenarbeit mit den Grünen. Aktuelle Umfragen deuten auf tiefgreifende Veränderungen hin – eine klare Mehrheit für traditionelle Bündnisse ist derzeit nicht in Sicht.
Laut einer Mitte-Oktober veröffentlichten Umfrage liegt die cdu bei 29 Prozent, gefolgt von der AfD mit 21 und den Grünen mit 20 Prozent. Die spd kommt auf 10 Prozent, die Linke auf 7 und die FDP auf 5 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass aktuell nur eine schwarz-grüne Koalition eine stabile Mehrheit hätte.
Hagel hat öffentlich über ein Ende der bestehenden cdu-Grünen-Koalition gesprochen, falls sich andere tragfähige Alternativen ergeben. Auf dem jüngsten cdu-Parteitag in Heidelberg betonte er eine mögliche "Deutschlandkoalition" – ein Bündnis aus cdu, spd und FDP – als bevorzugte Option. Diese Idee stieß in den Diskussionen auf Zustimmung, wobei Hagel die Bedeutung von Vertrauen zwischen den Partnern unterstrich. Selbst mit einem Einzug der FDP in den Landtag würde eine Ampelkoalition (cdu, spd, FDP) jedoch keine Mehrheit erreichen. Hagel räumte diese Hürde ein, schloss aber nicht aus, die Möglichkeit nach der Wahl zu prüfen, sollten sich die Zahlen ändern.
Das Wahlergebnis wird entscheiden, ob die cdu ohne die Grünen eine stabile Regierung bilden kann. Halten sich die aktuellen Umfragewerte, könnte Hagels vorgeschlagene "Deutschlandkoalition" an der nötigen Sitzmehrheit scheitern. Nun rückt in den Fokus, ob sich die Stimmung der Wähler bis März 2026 noch verschiebt.