20 March 2026, 18:26

Grüne und CDU in Baden-Württemberg: Entschuldigung entspannt Koalitionsstreit nach Sexismus-Vorwürfen

Ein Screenshot von Paul Gosars Twitter-Account mit seinem Profilbild und dem Text "Wir können keine Wahlfälschung in Arizona dulden".

Skandalnachricht vor der Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Grüne und CDU in Baden-Württemberg: Entschuldigung entspannt Koalitionsstreit nach Sexismus-Vorwürfen

In Baden-Württemberg hat sich ein politischer Streit etwas beruhigt, nachdem die grüne Landtagsabgeordnete Simone Fischer sich für das Teilen eines umstrittenen Beitrags über den CDU-Landesvorsitzenden Manuel Hagel entschuldigt hatte. Der Vorfall hatte die Spannungen zwischen den Parteien neu entfacht – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem beide Seiten sich auf Sondierungsgespräche für eine mögliche Koalition nach der patt ausgegangenen Landtagswahl vorbereiten.

Die Entschuldigung folgt auf wochenlange gegenseitige Vorwürfe, die durch ein altes Video ausgelöst worden waren, in dem Hagel sich über eine Schülerin äußerte. Die Grünen warfen ihm daraufhin Sexismus vor, während die CDU ihrerseits den Vorwurf erhob, die Gegner hätten im Wahlendspurt eine "schmutzige Kampagne" geführt.

Auslöser der Kontroverse war die erneute Verbreitung eines acht Jahre alten Videos durch die grüne Abgeordnete Zoe Mayer, das Hagel – damals 29 Jahre alt – bei einer Bemerkung über das Aussehen einer Minderjährigen zeigt. Seine Äußerung "rehbraune Augen" zog scharfe Kritik auf sich; die Grünen werteten sie als sexistisch. Andere hielten den Vorwurf für überzogen und sprachen von einem alten Ausrutscher, der aus dem Zusammenhang gerissen und überbewertet werde – zumal er von wichtigeren Themen ablenke.

Elf Tage vor der Wahl am 8. März tauchte das Video wieder auf und sorgte für eine Verschärfung des Wahlkampfs. Ein von Simone Fischer geteilter Beitrag zeigte Hagels Foto unter der Schlagzeile "Offizielle Warnung" mit dem Text "Versteckt eure Kinder". Fischer schwieg zunächst, löschte den Beitrag später jedoch.

Bei der Wahl erreichten die Grünen 30,2 Prozent der Stimmen und lagen damit knapp vor der CDU mit 29,7 Prozent. Beide Parteien stellen nun jeweils 56 Abgeordnete im Landtag – ein seltenes Patt. Fischers Entschuldigung bei Hagel wird als Versuch gewertet, das Verhältnis vor den anstehenden Koalitionsverhandlungen zu entkrampfen.

Hagels Image hatte bereits Anfang 2026 gelitten; Kritiker nannten ihn ein "politisches Phantom" ohne klares Profil. Die erneute Debatte um das Video verschärfte die Vorbehalte weiter, auch wenn einige Anhänger die Empörung über eine Jahrzehnte alte Äußerung für unverhältnismäßig hielten.

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Mit der Entschuldigung scheint nun eine Versachlichung einzusetzen – doch die Herausforderung bleibt: Ohne absolute Mehrheit sind Grünen und CDU aufeinander angewiesen, um eine Regierung zu bilden. Der Vorfall wirft jedoch weiterhin Fragen auf: Wie weit dürfen Wahlkampfmethoden gehen? Und welche Rolle sollten vergangene Aussagen in politischen Debatten spielen?

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