Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze nach Wahlniederlage
Mahmut UllmannGrüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze nach Wahlniederlage
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben erstmals ein rein weibliches Führungsteam gewählt. Auf einem Parteitag wurden Christin Sauer und Carolin Cloos zu gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt – dies nach einer Landtagswahl, bei der die Partei deutliche Verluste hinnehmen musste. Das Ergebnis katapultierte sie nach 15 Jahren Regierungsbeteiligung in die Opposition.
Bei der Wahl im März erreichten die Grünen nur noch 7,9 Prozent der Stimmen, ein Minus von 1,4 Prozentpunkten. Damit endete ihre lange Phase in der Landesregierung, und die Partei muss sich nun als Oppositionskraft neu positionieren.
Die 33-jährige Christin Sauer aus Mainz setzte sich mit absoluter Mehrheit als eine der beiden Vorsitzenden durch. Seit 2019 ist sie Stadträtin und hatte zuvor von Ende 2021 bis Anfang 2025 den Vorsitz des Mainzer Grünen-Kreisverbands inne. Carolin Cloos aus Worms gewann ihre Position mit 72,28 Prozent der Stimmen.
Katrin Eder, die nun die Grünen-Fraktion im Mainzer Landtag anführt, will die Regierung auch aus der Opposition heraus vorantreiben. Kritik gab es jedoch, als sie sich mit der Initiative „Schwarmkraftwerk“ brüstete – ein Projekt, das ursprünglich von einem FDP-Politiker ins Leben gerufen worden war.
Die Partei kündigte an, künftig noch direkter mit der Bevölkerung in Dialog zu treten. Im Fokus stehe es, auf die Sorgen der Menschen einzugehen und darauf zu reagieren, während man sich in der neuen Rolle als Oppositionspartei einrichtet.
Mit einem frisch gewählten Führungsteam starten die Grünen nun in die Oppositionszeit. Nach 15 Jahren in der Regierung müssen sie sich mit einem geschrumpften Wählerzuspruch neu behaupten. Durch mehr Bürgerbeteiligung und die Aufarbeitung lokaler Themen will die Partei wieder an Zustimmung gewinnen.






