11 February 2026, 05:16

Grüne in Baden-Württemberg: Kretschmanns Erbe und Özdemirs Zukunftspläne für 2026

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Zukunft ist ein Menschenrecht" vor dem Reichstag in Berlin, Deutschland, der mit Fenstern, Säulen, Bögen und Flaggenmasten geschmückt ist.

Grüne in Baden-Württemberg: Kretschmanns Erbe und Özdemirs Zukunftspläne für 2026

**Baden-Württemberg hat unter Winfried Kretschmann, Deutschlands erstem grünen Ministerpräsidenten, seit 2011 tiefgreifende politische Veränderungen durchlaufen. Seine Regierung setzte auf nachhaltigen Verkehr und grüne Industriepolitik – und prägte damit die wirtschaftliche und ökologische Ausrichtung des Landes maßgeblich. Nun, mit Blick auf die Wahl 2026, hat die Partei Cem Özdemir als ihren Spitzenkandidaten nominiert.

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Die Grünen zogen 1980 erstmals in den Landtag von Baden-Württemberg ein und markierten damit ihren Einstand in einem deutschen Flächenland. Die aus der Anti-Atomkraft-, Friedens- und Frauenrechtsbewegung hervorgegangene Partei fusionierte 1990 mit Bündnis 90. Bereits 1983 gelang ihnen der Einzug in den Bundestag, wo sie sich als vierte politische Kraft in Deutschland etablierten.

2011 wurden die Grünen zweitstärkste Kraft in Baden-Württemberg. In den Wahlen 2016 und 2021 holten sie die meisten Sitze – und ermöglichten Kretschmann damit eine von den Grünen geführte Landesregierung. Seine Regierung setzte auf nachhaltige Verkehrspolitik: Bis 2025 flossen 8,6 Milliarden Euro in Schienenprojekte wie Stuttgart 21, während der Straßenausbau im Vergleich zu Bayern gedrosselt wurde. Der Radverkehr wurde ausgebaut, doch bei den Investitionen in Autobahnen blieb Baden-Württemberg hinter Bayern zurück, das zwischen 2011 und 2024 rund 25 Prozent mehr ausgab.

Wirtschaftlich trieb das Land eine 'Grüne Industrie-Strategie' voran und förderte Wasserstoff sowie erneuerbare Energien mit 1,2 Milliarden Euro für die Dekarbonisierung bis 2025. Diese Politik führte zu 30 Prozent mehr grünen Patenten als in Hessen, doch das Produktionswachstum der Industrie blieb hinter dem von Nordrhein-Westfalen zurück (12 Prozent gegenüber 18 Prozent im Zeitraum 2011–2025). Die linksgerichtete Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik bleibt ein zentraler Pfeiler des grünen Programms.

Mit Blick auf 2026 haben die Grünen jede Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Cem Özdemir, ehemaliger Bundeslandwirtschaftsminister, wird den Wahlkampf anführen – mit dem Ziel, die Klimaresilienz und den wirtschaftlichen Wandel des Landes weiter voranzutreiben.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Grünen Baden-Württembergs Prioritäten neu definiert und Klimaschutz mit industrieller Modernisierung verbunden. Mit Özdemir an der Spitze des Wahlkampfs 2026 streben sie an, ihre Vorreiterrolle im Land zu festigen. Die klare Absage an die AfD zieht dabei deutliche Grenzen für künftige Regierungsbündnisse.