09 February 2026, 06:57

Großrazzia gegen kriminelles Netzwerk: Nagelstudios im Visier der Ermittler

Das Sentinel Police Association Building in Detroit, Michigan, ein braunes Gebäude mit Glasfenstern und -türen, hat Text an seiner Wand, mit einem Baum rechts daneben und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Großrazzia gegen kriminelles Netzwerk: Nagelstudios im Visier der Ermittler

In mehreren deutschen Bundesländern hat die Polizei eine Reihe abgestimmter Razzien gegen ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk durchgeführt. Im Fokus der Großrazzia stehen Vorwürfe des organisierten Schmuggels, des Lohnbetrugs, der Steuerhinterziehung sowie illegaler Beschäftigung in Nagelstudios. Bereits in den frühen Morgenstunden des Mittwochs durchsuchten Beamte zahlreiche Objekte, darunter ein Wohngebäude in Albstadt-Ebingen, in dem Studierende leben.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein 56-jähriger Mann aus Düsseldorf, der seit 2010 mutmaßlich mehrere Studios betrieben haben soll. Die Behörden schätzen, dass das Netzwerk der Sozialversicherung und den Steuerbehörden einen Schaden von über sieben Millionen Euro zugefügt hat. Rechtliche Grundlage für die Durchsuchungen sind strafprozessuale Bestimmungen, die die Beschlagnahmung von Beweismaterial bei konkreten Verdachtsmomenten ermöglichen.

Die Razzien fanden in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen statt. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen wurden Gebäude in Reutlingen, Tübingen, im Zollernalbkreis sowie in Esslingen durchsucht. Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer bestätigte, dass die Maßnahmen ohne Zwischenfälle verlaufen seien.

Welche Gegenstände oder Unterlagen die Beamten konkret suchten, gab die Polizei nicht bekannt. Ein Sprecher erklärte, dass Details aufgrund des laufenden Verfahrens vertraulich blieben. Weitere Durchsuchungen in der Region, die zur Zuständigkeit Reutlingens gehören, seien zu erwarten.

Die Operation läuft noch, während die Ermittler Beweismaterial im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Machenschaften des Verdächtigen auswerten. Bisher wurden keine Festnahmen gemeldet. An dem Fall sind mehrere Behörden beteiligt, die das volle Ausmaß der vorgeworfenen Straftaten aufklären wollen.