G9-Initiative in Baden-Württemberg scheitert an Unterschriften und Recht
Bernhardine RörrichtNeue Initiative für G9 für alle Klassen gescheitert - G9-Initiative in Baden-Württemberg scheitert an Unterschriften und Recht
Eine Bürgerinitiative in Baden-Württemberg ist mit dem Versuch gescheitert, eine Volksabstimmung über die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9) zu erzwingen. Die Kampagne verfehlte die benötigten 40.000 Unterschriften und brachte lediglich rund 27.000 zusammen. Zudem lehnte das Innenministerium den Antrag aus verfassungsrechtlichen Gründen ab.
Ziel der Initiative war es, älteren Schülerinnen und Schülern die Wahl zwischen dem aktuellen achtjährigen Turbo-Abitur (G8) und einem neunjährigen Bildungsgang zu ermöglichen. Die Unterstützer forderten, diese Option möglichst schnell umzusetzen. Die Landesregierung hat jedoch bereits angekündigt, bis zum Schuljahr 2025/26 alle Gymnasien auf G9 umzustellen – allerdings nur für die fünften und sechsten Klassen, sodass ältere Jahrgänge keine Wahlmöglichkeit erhalten.
Die Kampagne stieß auf starken Widerstand seitens der Gymnasiallehrerverbände und des Landeselternbeirats. Trotz der Niederlage wollen sich die Initiatoren weiterhin in die bildungspolitische Debatte einbringen. Sie kündigten an, sich erneut zu Wort zu melden, sobald sich das politische Klima zu ihren Gunsten wende.
Das Scheitern der Petition bedeutet, dass ältere Schülerinnen und Schüler vor der vollständigen Umstellung 2025/26 keine Möglichkeit haben, auf G9 zu wechseln. Der stufenweise Plan der Landesregierung gilt nur für die jüngeren Jahrgänge. Vorerst ist der Vorstoß für eine sofortige Änderung damit gestoppt.