Freiburgs Integrationskurse in Gefahr: Arbeitsagentur stoppt Neueinschreibungen
Adriane BoucseinFreiburgs Integrationskurse in Gefahr: Arbeitsagentur stoppt Neueinschreibungen
Freiburg steht vor einem schweren Rückschlag bei seinen Integrationsbemühungen, nachdem die Aufnahme neuer Teilnehmer in Sprachkurse der Arbeitsagentur ausgesetzt wurde. Die Entscheidung stößt auf scharfe Kritik von Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, der vor gravierenden Folgen für Geflüchtete und den lokalen Arbeitsmarkt warnt. Ohne rasche Änderungen könnten Hunderte Lernende ab dem nächsten Jahr den Zugang zu lebenswichtiger Unterstützung durch das Bundesamt für Arbeit verlieren.
Zwischen 500 und 600 Freiwillige besuchten 2024 Integrationskurse in Freiburg. Viele von ihnen waren EU-Bürger oder Drittstaatsangehörige – Gruppen, die nach den neuen Regelungen nun ausgeschlossen sind. Werden diese Teilnehmer gestrichen, könnten die Kurszahlen unter die Mindestteilnehmerzahl fallen, was zu Abschaffungen durch das Arbeitsamt führen würde.
Die Stadt bietet derzeit 62 Integrationskurse bei acht verschiedenen Trägern an. Beamte rechnen damit, dass diese Zahl jährlich um 25 bis 30 Kurse schrumpft. Besonders betroffen wären ukrainische Geflüchtete, die stark auf diese Programme angewiesen sind und dadurch größere Schwierigkeiten beim Einstieg in den Arbeitsmarkt hätten.
Bürgermeister von Kirchbach wies auf die finanzielle Belastung hin und schätzt eine jährliche Finanzierungslücke von 1,6 bis 1,9 Millionen Euro. Weder die Stadt noch das Arbeitsamt können das Defizit ausgleichen. Etwa die Hälfte der aktuellen Teilnehmer wäre betroffen, was Fortschritte im Spracherwerb und der sozialen Integration zunichtemachen würde.
Der Stopp für Neueinschreibungen verhindert, dass weitere Lernende an den Kursen teilnehmen können, und untergräbt damit die Integrationsarbeit Freiburgs. Mit weniger Kursen und gekürzten Mitteln schwächt sich die Fähigkeit der Stadt, Geflüchtete und Migranten zu unterstützen. Nun steht die Verwaltung vor der Herausforderung, noch vor dem vollständigen Inkrafttreten der Kürzungen alternative Lösungen zu finden.






