Freiburg prüft Milieuschutzsatzung: Droht in Unterwiehre die Verdrängung von Mietern?
Bernhardine RörrichtFreiburg prüft Milieuschutzsatzung: Droht in Unterwiehre die Verdrängung von Mietern?
Freiburg prüft derzeit, ob in dem Stadtteil Unterwiehre eine Milieuschutzsatzung eingeführt werden soll. Die Stadt hat eine neue Studie in Auftrag gegeben, um mögliche Risiken der Verdrängung von Mieter:innen zu bewerten. Rund 1.500 Haushalte erhalten in Kürze einen Fragebogen zu Wohnbedingungen und Mietdruck in dem Gebiet.
Die aktuelle Bewertung knüpft an frühere Untersuchungen aus den Jahren 2021 und 2022 an. Damals fanden die Behörden keine klaren Anhaltspunkte, die eine solche Satzung gerechtfertigt hätten. Nun haben Sorgen über steigende Mieten und Modernisierungsmaßnahmen in Köln und Berlin eine erneute Prüfung ausgelöst.
Das ALP-Institut für Wohnen und Stadtentwicklung in Hamburg wird die Studie leiten. Ab dem 8. November erhalten ausgewählte Haushalte im westlichen Teil von Unterwiehre einen freiwilligen Fragebogen. Die Antworten bleiben anonym und sollen zeigen, ob sich die Verdrängungsrisiken erhöht haben. Eine Milieuschutzsatzung ist ein rechtliches Instrument nach der deutschen Baugesetzbuch (BauGB). Sie schützt langjährige Mieter:innen davor, bei Sanierungen oder Umwandlungen in Eigentumswohnungen aus ihren Wohnungen gedrängt zu werden. Sollte die Umfrage einen erhöhten Druck bestätigen, wird die Stadt eine vertiefte Analyse durchführen, bevor über weitere Schritte entschieden wird.
Die Ergebnisse werden darüber entscheiden, ob Freiburg zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Bewohner:innen von Unterwiehre einführt. Zeigen die Daten ein gestiegenes Verdrängungsrisiko, könnten weitere Maßnahmen folgen. Die Stadt strebt einen Ausgleich an zwischen städtebaulicher Entwicklung und der Notwendigkeit, Wohnraum für bestehende Haushalte in Freiburg und SC Freiburg bezahlbar zu halten.