Freiamt: Wie ein Dorf durch Bürgerengagement zur Energie-Oase wurde
Bernhardine RörrichtFreiamt: Wie ein Dorf durch Bürgerengagement zur Energie-Oase wurde
Freiamt: Ein kleines Dorf, das mehr Strom erzeugt als es braucht
Die kleine Gemeinde Freiamt in Deutschland produziert heute mehr Strom, als sie selbst verbraucht. Möglich wurde dies durch jahrzehntelanges Engagement der Bürger für erneuerbare Energien – darunter eine Windkraftanlage, die im Besitz der örtlichen Bevölkerung steht. Bei einer kürzlichen Exkursion wurde deutlich, wie moderne Technik und gemeinschaftlicher Einsatz diesen Erfolg ermöglicht haben.
Seit den 1990er-Jahren setzt Freiamt auf ein Leasingpool-Modell, um Bürgerinnen und Bürger in die Energiewende einzubinden. Ein zentrales Projekt ist die Windkraftanlage auf dem Schillingerberg, die 190 Anwohnern gehört. Diese einzelne Turbine erzeugt jährlich rund 10 Millionen Kilowattstunden – genug, um etwa 3.000 Haushalte zu versorgen.
Erst kürzlich wurde hier eine ältere Anlage durch das moderne Modell E-138 ersetzt. Die alte Konstruktion wurde vollständig zurückgebaut, ohne Spuren zu hinterlassen, und der Wald in seinem ursprünglichen Zustand wiederhergestellt. Die neue Turbine liefert auf derselben kleinen Fläche deutlich höhere Energieerträge.
Während der Exkursion erläuterte der lokale Politiker Rüdiger Tonojan die Vorteile moderner Windenergie. Gleichzeitig wies er auf anhaltende Herausforderungen hin, etwa überlange Genehmigungsverfahren und übermäßige Bürokratie. Diese Hürden bremsen den Ausbau der Windkraft in der gesamten Region aus.
Tonojan will sich im Landtag für bessere Rahmenbedingungen einsetzen. Sein Ziel: die Vorschriften zu vereinfachen und Genehmigungen für künftige Projekte zu beschleunigen.
Freiamts Erfolg zeigt, wie bürgerschaftliches Engagement die Energiewende vorantreiben kann. Die Gemeinde deckt ihren Bedarf nicht nur selbst, sondern produziert sogar Überschüsse – dank effizienter Technik und lokaler Eigeninitiative. Doch weiterhin kämpft man gegen bürokratische Hindernisse, die eine flächendeckende Nutzung der Windkraft erschweren.






