Frei drängt zu Reformen vor der Sommerpause – doch ohne neue Schulden
Bernhardine RörrichtFrei drängt zu Reformen vor der Sommerpause – doch ohne neue Schulden
Thorsten Frei, Kanzleramtsminister von Olaf Scholz, hat zu raschem Handeln bei zentralen Reformen aufgerufen, gleichzeitig aber weitere Schuldenaufnahmen ausgeschlossen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase wachsender Spannungen um Haushaltsfragen, die Gesundheitsreform und die steigenden Umfragewerte der rechtsextremen AfD. Frei betonte zudem die Notwendigkeit, die Einheit der Ampelkoalition zu wahren.
Eine erneute Aussetzung der Schuldenbremse lehnte Frei ab – trotz der zusätzlichen finanziellen Belastungen durch die Iran-Krise. Mehr Schulden seien unverantwortlich und würden künftige Handlungsspielräume einschränken, warnte er. Gleichzeitig verteidigte er die geplanten Haushaltsdefizite und begründete sie mit den Ausgaben für die nationale Sicherheit.
Die jüngsten Umfrageerfolge der AfD, die mittlerweile vor den Regierungsparteien liegt, nannte Frei „alarmierend“. Der Trend solle die politische Mitte jedoch zu besserer Leistung anspornen, statt in Panik zu verfallen. Trotz scharfer Kritik der AfD an den Haushaltsdefiziten blieb er bei den Finanzplänen der Regierung unnachgiebig.
Bei der Gesundheitsreform forderte Frei Fortschritte noch vor der Sommerpause. Sein Ziel ist es, die Beitragssätze zu stabilisieren und jährliche Prämiensteigerungen zu verhindern – dies sei der sozialverträglichste Weg. Zwar drängte er auf Kompromisse innerhalb der Koalition, diese dürften aber nicht „auf den kleinsten gemeinsamen Nenner“ reduziert werden.
Auch bei der Steuerentlastung setzte Frei Prioritäten. Er versprach „echte Entlastungen für möglichst viele Steuerzahler“, wobei die Senkungen die Binnennachfrage stärken sollen. Als laufende Reformen nannte er unter anderem die Senkung der Unternehmenssteuern, das Modell der „aktiven Rente“ sowie das Ende des Bürgergelds als Grundsicherung.
Abschließlich äußerte sich Frei zuversichtlich, dass Union und SPD die Legislaturperiode bis zum Ende regieren werden. Er rief alle Beteiligten auf, sich in den kommenden Wochen auf konkrete Ergebnisse zu konzentrieren.
Freis Aussagen setzen klare Fristen für die Gesundheits- und Steuerreformen, während er weitere Schuldenaufnahmen ablehnt. Die Regierung steht nun unter Druck, vor der Sommerpause zentrale Vorhaben umzusetzen. Gleichzeitig verleiht die Umfrageführung der AfD den Koalitionsbemühungen, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen, zusätzliche Dringlichkeit.






