Fregattenprojekt F126: Kosten explodieren auf über 18 Milliarden Euro
Adriane BoucseinFregattenprojekt F126: Kosten explodieren auf über 18 Milliarden Euro
Deutschlands Verteidigungshaushalt steht erneut auf dem Prüfstand – Kosten für Fregattenprojekt F126 explodieren
Die Ausgaben für das F126-Fregattenprogramm der Marine haben mittlerweile die Marke von 18 Milliarden Euro überschritten – ein Anstieg um 8 Milliarden im Vergleich zu früheren Schätzungen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat sich in jüngsten Stellungnahmen zu den finanziellen und personellen Herausforderungen geäußert.
Allein die Gesamtkosten des F126-Projekts sind auf über 18 Milliarden Euro geklettert, was eine Steigerung um 8 Milliarden bedeutet und die Debatte über steigende Rüstungsausgaben weiter anheizt.
Pistorius bestätigte, dass die Bundeswehr weiterhin auf das Freiwilligenprinzip bei der Rekrutierung setzen werde. Eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht schloss er vorerst aus, trotz anhaltender Personalengpässe. Allerdings räumte die Ampelkoalition ein, dass gezielte Maßnahmen nötig werden könnten, falls die Zahl der offenen Stellen die der qualifizierten Bewerber künftig übersteigt.
Der Minister betonte zudem die Bedeutung der deutsch-französischen Verteidigungskooperation. Nach dem Scheitern des FCAS-Programms (Future Combat Air System) bekräftigte er sein Engagement für die Zusammenarbeit und die „Freundschaft zwischen den Nationen“.
Um Lieferkettenrisiken zu begegnen, wurde ein Runden Tisch ins Leben gerufen. Dort tauschen sich Vertreter verschiedener Branchen aus, um Ideen zu entwickeln und widerstandsfähige Produktionslinien zu sichern. Pistorius regte außerdem an, das Know-how der Automobilindustrie zu nutzen, um die Rüstungsproduktion zu stärken.
Zur modernen Kriegsführung merkte er an, dass militärische Stärke heute von hoch entwickelter Technologie und dem massenhaften Einsatz bezahlbarer Drohnen abhänge.
Das Verteidigungsministerium beobachtet weiterhin die Truppenerweiterung und die Stabilität der Lieferketten. Kostenüberschreitungen bei Großprojekten wie der F126 bleiben ein Dauerbrennerthema. Vorerst bleibt es beim freiwilligen Dienst – eine selektive Aushebung käme nur infrage, sollten sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtern.
