FDP wirft SWR Befangenheit vor und eskaliert Streit um AfD-Einladung
Bernhardine RörrichtFDP wirft SWR Befangenheit vor und eskaliert Streit um AfD-Einladung
Ein Streit zwischen der FDP und dem öffentlich-rechtlichen Sender SWR ist eskaliert, nachdem die Partei bei einer Videoaufnahme nicht berücksichtigt wurde. Der Vorfall ereignete sich am 12. Februar, als der SWR die AfD einlud, die FDP jedoch ausschloss. Nun werfen Parteivertreter dem Sender Befangenheit vor und fordern eine umgehende Korrektur des Fehlers.
Auslöser der Auseinandersetzung war eine vom SWR organisierte Videoaufnahme mit politischen Vertretern. Während die AfD eine Einladung erhielt, blieb diese für die FDP aus. Der Sender begründete den Fehler später mit Verwirrung über die Größe der FDP-Fraktion im Landtag.
Der FDP-Wohnungsexperte Friedrich Haag entdeckte das Versäumnis und wies den SWR darauf hin. Zunächst lehnte der Sender jede Schuld von sich ab – eine Reaktion, die die Spannungen weiter verschärfte.
Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke übt scharfe Kritik an der Situation. Er sprach von einer "Mischung aus Ignoranz, Inkompetenz und Voreingenommenheit" und bestand auf einer "sofortigen Berichtigungs". Rülke kündigte zudem an, jedes FDP-Mitglied auffordern zu wollen, eine formelle Programmbeschwerde einzureichen.
Der aktuelle Konflikt ist nur der jüngste Höhepunkt einer seit Langem schwelenden Auseinandersetzung zwischen der FDP und dem SWR. Seit dem 23. Januar wirft die Partei dem Sender vor, bei politischen Talkrunden willkürlich über Einladungen zu entscheiden. Gefordert werden transparente Kriterien für die Auswahl der Gäste, gleiche Sendezeit für alle Parteien sowie eine unabhängige Prüfung des SWR-Programms. Die FDP geht sogar so weit, den Rücktritt der verantwortlichen Redakteure zu verlangen.
Um Druck aufzubauen, hat die Partei parlamentarische Anfragen gestellt und öffentliche Kampagnen gestartet. Mit Pressemitteilungen und Social-Media-Beiträgen macht sie auf das Problem aufmerksam. Zudem hat sich die FDP mit anderen Oppositionsparteien verbündet, um sowohl den SWR als auch die Landesregierung unter Zugzwang zu setzen.
Die jüngsten Spannungen fallen in eine Phase, in der die FDP erst kürzlich einen Prozess verloren hat, mit dem sie ihre Teilnahme an einer TV-Debatte erzwingen wollte. Diese Niederlage hat die Frustration der Partei über den Sender weiter verstärkt.
Nun geht die FDP weitere Schritte, um die Entscheidungen des SWR anzufechten. Gefordert werden eine vollständige Überprüfung der Einladungspraxis sowie Garantien, dass alle politischen Gruppen in zukünftigen Sendungen fair behandelt werden. Der Ausgang dieses Streits könnte prägend dafür sein, wie der SWR künftig mit Parteien umgeht.
FDP's Berufung abgelehnt: SWR-Diskussion ohne sie
Die FDP hat ihren Rechtsstreit gegen ihre Ausladung aus der SWR-Diskussion verloren. Wichtige Details:
- Das Verwaltungsgerichtshof hat die Berufung der FDP am 24. Februar 2026 abgewiesen und die Entscheidung des unteren Gerichts bestätigt.
- Das Gericht argumentierte, dass die SWR-Entscheidung, die AfD anstatt der FDP einzuladen, durch die 'politische Bedeutung und Rundfunkfreiheit' gerechtfertigt sei.
- Die Diskussion wird wie geplant am 24. Februar mit Vertretern von CDU, Grünen und AfD stattfinden.






