07 January 2026, 04:50

FDP fordert radikalen Gesetzes-Cut in allen Bundesländern bis 2026

Eine Gruppe von Menschen mit Schildern marschiert auf einer Straße mit Bäumen, Büschen und Gebäuden mit Namensschildern, Autos und einem Banner im Hintergrund.

FDP fordert radikalen Gesetzes-Cut in allen Bundesländern bis 2026

Die Freie Demokratische Partei (FDP) drängt auf einen radikalen Neuanfang in der deutschen Politik. Parteichef Christian Dürr hat vorgeschlagen, alle seit dem Jahr 2000 beschlossenen Gesetze in den Bundesländern am Ende der aktuellen Legislaturperiode abzuschaffen. Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei um Einfluss kämpft – kurz vor den entscheidenden Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg.

Beim Dreikönigstreffen positionierte sich Dürr nicht wie üblich an vorderster Front, sondern mitten unter seinen Anhängern – ein Zeichen für einen neuen Kurs. In seiner Rede stellte er das Überleben der FDP als alles entscheidende Herausforderung dar und rief die Wähler auf, sich für mutigen Wandel in der Deutschland-Karte zu entscheiden.

Dürrs Forderung nach einem rechtlichen "Nullsummenspiel" in den Bundesländern ist Teil einer größeren Strategie, die FDP als das "radikale Zentrum" Deutschlands zu etablieren. Zwar nannte er keine konkreten Reformpläne für den Bundestag, doch kritisierte er scharf die aktuelle schwarz-rote Koalition und forderte höhere Standards – etwa verpflichtende Deutschkenntnisse für alle Erstklässler. Sein Fokus liegt darauf, die liberale Oppositionsrolle der Partei außerhalb des Parlaments zu stärken.

Die nationale Bedeutung der FDP ist geschwunden, und die anstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg im März gilt als entscheidender Lackmustest. In seiner Rede griff Dürr auch landespolitische Themen auf, wie die Münchner Handhabung der Eisbachwelle, und forderte einfachere Einwanderungsregeln. Diese Punkte präsentierte er als Belege für das Engagement der Partei für Freiheit – ein Markenzeichen, das durch ein neues Video unterstrichen wird, in dem Anhänger den Freiheitsbegriff definieren.

Doch interne Spannungen bleiben bestehen. Einige in der FDP fordern einen kompletten Führungswechsel, andere unterstützen Dürrs Mischung aus Erfahrung und frischem Elan. Die Neuaufstellung der Partei zeigte sich deutlich beim diesjährigen Dreikönigstreffen, wo Dürrs Entscheidung, sich nicht an die Spitze, sondern unter die Menge zu stellen, einen Bruch mit der Tradition symbolisierte.

Seine Botschaft war klar: Deutschland müsse mehr Risiken eingehen, und die Wähler sollten den Mut haben, die FDP zu unterstützen. Die Zukunft der Partei, warnte er, hänge davon ab, ob es gelinge, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass allein die FDP echten Wandel in den Bundesländern bringen könne.

Der FDP-Vorschlag, Jahrzehnte der Gesetzgebung mit einem Schlag zu tilgen, ist ein riskantes Spiel. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen wird sich zeigen, ob die Wähler ihre Vision eines freieren, risikobereiteren Deutschlands mittragen. Dürrs Führung – und die Relevanz der FDP – wird sich an den Ergebnissen in Baden-Württemberg und darüber hinaus messen lassen müssen.