28 December 2025, 07:43

FDP Baden-Württemberg setzt auf CDU-Koalition und wendet sich von den Grünen ab

Zwei Menschen auf Fahrrädern auf einer Straße außerhalb der Stadt, mit einem braunen Fahrzeug vorne und Verkehrszeichen rechts, Bäumen und Himmel im Hintergrund.

Rülke schließt Regierung mit Grünen und SPD aus - FDP Baden-Württemberg setzt auf CDU-Koalition und wendet sich von den Grünen ab

Die FDP Baden-Württemberg hat angekündigt, nach der nächsten Landtagswahl nur noch eine Koalition mit der CDU anzustreben. Die Partei schließt damit eine Ampelkoalition mit den Grünen und der SPD aus – ein deutlicher Strategiewechsel. Diese Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem die FDP Gefahr läuft, an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern und damit aus dem Landtag auszuschieden.

Der Kurswechsel der Liberalen folgt auf Jahre wechselnder Koalitionsgespräche. Noch 2021 hatte die FDP eine Ampelkoalition vorangetrieben, war von den Grünen jedoch zugunsten anderer Partner übergangen worden. Mitte der aktuellen Legislaturperiode forderte die FDP die Grünen sogar auf, ihre Zusammenarbeit mit der CDU aufzugeben und stattdessen eine neue Regierung mit den Freien Demokraten zu bilden.

Nun setzt die Partei unter der Führung des Landes- und Fraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Rülke auf einen klaren Rechtskurs. Rülke übt offene Kritik an der grün geführten Landesregierung und verweist auf Probleme in der Bildungspolitik sowie bei der Bürokratie unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Seine Haltung entspricht einer generellen Neuausrichtung hin zu engerer Zusammenarbeit mit der CDU – statt auf linksgerichtete Bündnisse zu setzen. Ein entsprechender Beschlussentwurf zur Koalitionsstrategie soll auf dem FDP-Landesparteitag am 5. Januar beraten werden. Der aktuelle Landesvorsitzende Stephan Steinlein wird die Versammlung leiten, wie aus jüngsten Pressemitteilungen des Landtags hervorgeht. Doch die Zukunft der FDP im Parlament bleibt ungewiss: Umfragen deuten darauf hin, dass die Partei bei der kommenden Wahl erneut an der Fünf-Prozent-Marke scheitern könnte.

Sollte die FDP tatsächlich nicht genug Stimmen holen, droht ihr der vollständige Verlust der Landtagsvertretung. Die Konzentration auf eine Partnerschaft mit der CDU ist ein kalkuliertes Risiko vor der Wahl. Ob sich dieser Strategiewechsel auszahlt oder die Liberalen am Ende außerhalb des Landtages stehen, wird sich erst am Wahltag zeigen.