07 February 2026, 08:59

Fastnacht in Franken: Söder als Braveheart und Aigner als Suffragette setzen politische Zeichen

Ein Buchumschlag mit einem Raster aus verschiedenen Personen in unterschiedlichen Kostümen und Frisuren, mit Text in fetter Schrift.

Fastnacht in Franken: Söder als Braveheart und Aigner als Suffragette setzen politische Zeichen

Bayerische Spitzenpolitiker setzen bei der Fastnacht in Franken in Veitshöchheim mit markanten Kostümen klare Botschaften

Bei der Fastnacht in Franken-Gala in Veitshöchheim inszenierten sich Bayerns politische Führungskräfte mit aufwendigen Verkleidungen – von regionaler Eigenständigkeit bis hin zu Frauenrechten. Mit Humor und historischen Anspielungen nutzten prominente Gäste die Veranstaltung, um aktuelle Themen in den Fokus zu rücken.

Ministerpräsident Markus Söder erschien als Braveheart, komplett mit Kampfbemalung und Kilt. Sein Auftritt zog Parallelen zwischen Schottlands Unabhängigkeitskampf und Bayerns Forderung nach mehr Autonomie von Berlin. Söder unterstrich die Symbolik mit den Worten: "Das ist ein bisschen wie Bayern und Berlin" – und löste damit Debatten über regionale Selbstverwaltung aus. Für sein Kostüm zeichnete Dirk Hirsch verantwortlich, der Leiter der Kostümabteilung des Staatstheaters Nürnberg.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt setzte auf eine leichtere Note und präsentierte sich als Lucky Luke, der legendäre Cowboy. Mit einer charakteristischen Haarsträhne, gelbem Hemd und einer Banane im Holster spielte er auf die schnelle Schussbereitschaft der Figur an. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hingegen wählte ein marinelastiges Kostüm – ein Verweis auf die Schwerpunkte ihres Ressorts in Meeres- und Umweltforschung.

Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, entschied sich für ein Suffragetten-Outfit und erinnerte damit an das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts in Deutschland. Ihr Auftritt unterstützte die Kampagne Bayern ruft, die sich für eine stärkere Repräsentation von Frauen in der CSU einsetzt. Zwar betonte ihr Kostüm den Fortschritt in der Gleichstellung, konkrete politische Initiativen oder Debatten über Frauenrollen wurden während der Veranstaltung jedoch nicht angekündigt.

Die Gala verband Unterhaltung mit politischer Symbolik: Söders Braveheart unterstrich die bayerische Identität, während Aigners Suffragetten-Look die Frauenrechte im öffentlichen Bewusstsein hielt. Die Botschaft war deutlich: Selbst beim Feiern nutzen Bayerns Politiker jede Gelegenheit, um ihre Standpunkte zu verdeutlichen.