Fahrerin steht nach tödlichem Motorradunfall mit Orbáns Polizeibegleitung vor Gericht
Adriane BoucseinStuttgart-Prozess: Warum starb ein Polizist während Orbáns Besuch? - Fahrerin steht nach tödlichem Motorradunfall mit Orbáns Polizeibegleitung vor Gericht
Bei einem Unfall in Stuttgart kam im vergangenen Jahr ein Motorradpolizist ums Leben, der zum Begleitschutz des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gehörte. Der Vorfall ereignete sich, als Orbán nach dem EM-Spiel der ungarischen Mannschaft auf dem Rückweg nach Budapest war. Nun muss sich die 69-jährige Fahrerin, die in den Unfall verwickelt war, wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Der Zusammenstoß passierte, als die Angeklagte laut Staatsanwaltschaft verbotenerweise in eine gesperrte Kreuzung einbog und damit gegen Verkehrsregeln verstieß. Die Ermittler werfen ihr vor, ihre Sorgfaltspflichten während der Polizeibegleitung missachtet zu haben. Ein weiterer Beamter erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen, weshalb zusätzlich der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Raum steht. Hundert Kolleginnen und Kollegen ehrten den verstorbenen Polizisten später bei einem Gedenkmarsch. Das Stuttgarter Landgericht hat 14 Zeugen und einen Sachverständigen geladen. Das Urteil im Prozess soll am 14. November um 9:00 Uhr verkündet werden. Der Prozess folgt einer Anklage der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Das Gericht muss nun klären, ob das Verhalten der Fahrerin den tödlichen Unfall verursacht hat. Die Entscheidung wird über die rechtlichen Konsequenzen der Fahrlässigkeitsvorwürfe entscheiden.