23 January 2026, 06:53

Exporte im Südwesten Deutschlands: Warum die Stimmung unter Unternehmen kippt

Ein detaillierter alter Stadtplan von Westfalen, Deutschland, der Städte, Ortschaften, geografische Merkmale und Text enthält, der Informationen zur Bevölkerung, Straßen und Sehenswürdigkeiten bereitstellt.

Südwest-Unternehmen blicken skeptisch auf Exportgeschäft - Exporte im Südwesten Deutschlands: Warum die Stimmung unter Unternehmen kippt

Industrieunternehmen im Südwesten Deutschlands bleiben weiterhin stark von Exporten abhängig – 81 Prozent sind nach wie vor auf ausländischen Märkten aktiv. Doch ein neuer Bericht der GEFA, der im Januar 2026 veröffentlicht wurde, zeigt wachsende Sorgen für das kommende Jahr. Viele Unternehmen rechnen mit einer nachlassenden Nachfrage und rückläufigen Umsätzen in wichtigen Absatzregionen.

Die Exportaussichten für den Südwesten Deutschlands haben sich eingetrübt. Fast ein Drittel der Betriebe (28 Prozent) erwartet in den nächsten zwölf Monaten einen Rückgang ihrer Ausfuhren. Weitere 24 Prozent prognostizieren eine schwächere Nachfrage innerhalb der Eurozone, während 45 Prozent mit sinkenden Exporten in die USA rechnen.

Einige Märkte bieten jedoch noch Hoffnung. Rund 21 Prozent der Unternehmen gehen von steigenden Umsätzen in den USA aus, und ein gleicher Anteil sieht Wachstumspotenzial in der Eurozone. Weitere 18 Prozent erwarten höhere Exporte nach Mittel- und Südamerika. Doch diese Lichtblicke stehen im Kontrast zu den übergeordneten Herausforderungen. Der GEFA-Bericht benennt mehrere Belastungsfaktoren: Zwar sind die Exportwerte gestiegen, doch die Mengen sind gesunken – vor allem wegen Preiserhöhungen. Das Handelsbilanzdefizit kletterte in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 um 38,2 Prozent auf 25,4 Milliarden Euro. Wichtige Absatzmärkte wie China (-10,2 Prozent), das Vereinigte Königreich (-21,9 Prozent) und die USA (-28,7 Prozent) verzeichneten deutliche Einbrüche. Viele Unternehmen nennen zudem eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit als großes Problem. Nur noch 24 Prozent der Betriebe erwarten für das kommende Jahr ein insgesamt wachsendes Exportgeschäft.

Die Daten deuten auf eine gemischte, aber vor allem unsichere Phase für die Exporteure im Südwesten Deutschlands hin. Zwar gibt es in einigen Regionen Chancen, doch die übergreifenden Trends weisen auf schrumpfende Volumina und wachsende Handelsungleichgewichte hin. Die Unternehmen müssen sich in den kommenden Monaten auf schwankende Nachfrage und zunehmenden Wettbewerbsdruck einstellen.