03 February 2026, 15:11

Ex-Daimler-Chef Zetsche sagt im Dieselprozess gegen Mercedes aus

Ein schwarzes und weißes Mercedes-Auto mit Text darauf, mit zwei Männern daneben in einer Werbung.

Former Daimler CEO Testifies in Court - Hearing Begins - Ex-Daimler-Chef Zetsche sagt im Dieselprozess gegen Mercedes aus

In Stuttgart läuft derzeit ein viel beachteter Gerichtsprozess, in dem Vorwürfe wegen Dieselabgasbetrugs gegen Mercedes-Benz untersucht werden. Anleger werfen dem Konzern vor, entscheidende Informationen verschwiegen zu haben, was zu finanziellen Verlusten geführt habe. Nun hat der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche als Zeuge in dem Verfahren ausgesagt.

Im Mittelpunkt des Rechtsstreits stehen Vorwürfe, Mercedes-Benz habe zwischen 2012 und 2018 illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt, um Dieselabgaswerte zu manipulieren. Die Anleger argumentieren, das Unternehmen habe sie nicht rechtzeitig über diese Vorgänge informiert, wodurch sie Verluste erlitten hätten. Derzeit wird in Stuttgart ein Musterverfahren verhandelt, das einer Sammelklage ähnelt.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte bereits 2015 Ermittlungen zu dem Fall eingeleitet. 2021 verhängte die Behörde gegen Mercedes-Benz eine Strafe von 10 Millionen Euro wegen Verzögerungen bei Ad-hoc-Mitteilungen. Weitere Untersuchungen fanden zwischen 2023 und 2025 statt, doch bis Anfang 2026 waren die meisten Verfahren entweder eingestellt oder mangels Beweisen für systematisches Fehlverhalten eingestellt worden.

Zetsche, der Daimler in der fraglichen Zeit führte, wird nun befragt, ob der Vorstand des Unternehmens vorsätzlich EU-Abgasvorschriften umgangen hat. Mercedes-Benz bestreitet wiederholt, dass die Führungsebene in die Abgasmanipulationen oder den Einsatz verbotener Vorrichtungen verwickelt gewesen sei.

Das Ergebnis des Stuttgarter Prozesses könnte entscheiden, ob die Anleger für ihre geltend gemachten Verluste entschädigt werden. Da die meisten behördlichen Untersuchungen inzwischen abgeschlossen sind, liegt der Fokus nun auf der zivilrechtlichen Klage. Zetsches Aussage könnte weitere Klarheit über die Entscheidungsprozesse des Konzerns während des untersuchten Zeitraums bringen.