23 December 2025, 00:50

Erste Landesversammlung der Gemeinschaftswälder

Eine Baumgruppe in einem Wald mit Gras und Schnee am Boden.

Erste Landesversammlung der Gemeinschaftswälder

Erstes Landesforum der Gemeinschaftswälder

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  1. November 2025

Schlagwörter: Investitionen, Haus & Garten, Technologie, Sport

Baden-Württemberg will die gemeinsame Bewirtschaftung von Wäldern als Teil seiner zukünftigen Forstpolitik stärken. Mit über 150.000 Hektar Wald in der Hand kleiner Waldeigentümer:innen könnten neue Kooperationsmodelle Potenziale für den Klimaschutz und eine nachhaltige Waldnutzung erschließen. Ein kürzlich stattgefundenes Landestreffen brachte nun Akteur:innen zusammen, um bessere Wege der gemeinschaftlichen Bewirtschaftung zu erkunden.

Gemeinschaftswälder haben in Baden-Württemberg eine lange Tradition – rund 80 Organisationen bewirtschaften bereits heute Wälder kollektiv. Viele der kleinen Eigentümer:innen stehen jedoch vor Herausforderungen: Manche leben weit entfernt von ihrem Land, verfügen über wenig Fachwissen oder fühlen sich ihrem Wald nicht verbunden. Eine gemeinsame Bewirtschaftung könnte Kosten senken, die Effizienz steigern und nachhaltigere Praktiken ermöglichen.

Im Rahmen des Landesprojekts „Dialog zu neuen Fördermöglichkeiten für Waldeigentümer:innen“ (DIANA) werden Wege erprobt, um kleine Waldbesitzer:innen zu stärken. Pilotvorhaben in vier Landkreisen zielen darauf ab, ihre Kompetenzen zu erweitern und die Zusammenarbeit zu fördern. Gleichzeitig fand kürzlich das erste „Landesforum Gemeinschaftswälder“ unter dem Motto „Gemeinsam Wälder bewirtschaften – und mehr“ statt. Im Mittelpunkt standen innovative Ansätze für eine kollektive Verantwortung. Expert:innen betonen, dass eine bessere Vernetzung den Wandel hin zu klimaresistenten Mischwäldern beschleunigen könnte. Durch den Zusammenschluss von Ressourcen könnten kleine Eigentümer:innen zudem effektiver zur Kreislaufwirtschaft beitragen. Dennoch gibt es trotz der langen Tradition derzeit keine übergeordnete Organisation, die die mehr als 80 Gemeinschaftswälder koordiniert – und in den letzten Jahren gab es nur wenige konkrete Schritte in Richtung einer flächendeckenden kollektiven Bewirtschaftung.

Der Vorstoß für eine stärkere Zusammenarbeit fällt in eine Phase, in der Baden-Württemberg seine Forstwirtschaft modernisieren will. Da kleine Eigentümer:innen über zehn Prozent der Wälder im Land verwalten, könnten gemeinsame Modelle eine Schlüsselrolle für die Klimaanpassung und nachhaltige Nutzung spielen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, aus Pilotprojekten und Diskussionen praktikable, skalierbare Lösungen zu entwickeln.