Emmendingen kämpft mit konkreten Projekten gegen wachsende Armut im Land
Philipp NetteEmmendingen kämpft mit konkreten Projekten gegen wachsende Armut im Land
Mehr als 1,7 Millionen Menschen in Baden-Württemberg – darunter auch Bewohner Emmendingens – sind mittlerweile von Armut bedroht. Wohlfahrtsverbände warnen, dass die zunehmende soziale Not die grundlegende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gefährdet. Während der Aktionswoche der Landesarmenkonferenz fordern lokale Initiativen dringend Veränderungen, um benachteiligte Gruppen zu unterstützen.
Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege verlangt nachhaltige Lösungen im Kampf gegen Armut. Im Fokus stehen die Stärkung zentraler Bereiche: Bildung, Gesundheit und Mobilität. In Emmendingen haben sich Organisationen wie Caritas, Diakonie, der Bildungsverein Zukunft Emmendingen und das städtische Sozialamt bereits mit konkreten Projekten auf den Weg gemacht.
Im Bildungsbereich bieten sie Nachhilfe und berufliche Qualifizierungsprogramme an. Bei der Gesundheit setzen sie auf präventive Beratung und Früherkennungsmaßnahmen. Für mehr Mobilität sorgen Initiativen wie Fahrradspenden und Carsharing-Angebote, die den Zugang zu Verkehrsmitteln erleichtern sollen. Alexander Breisacher vom DRK betonte, dass bezahlbarer Wohnraum unverzichtbar für soziale Teilhabe sei. Ohne ihn hätten viele Menschen kaum Chancen auf Arbeit, Bildung oder medizinische Versorgung. Norbert Köthnig vom Paritätischen Wohlfahrtsverband ergänzte, dass Selbsthilfeangebote ausgebaut werden müssten – insbesondere für diejenigen, die kaum eine Stimme hätten. DRK, AWO, Caritas und der Paritätische arbeiten Hand in Hand, um die Teilhabe in der Region zu verbessern. Ihre gemeinsamen Anstrengungen zeigen: Notwendig sind strukturelle Lösungen, keine kurzfristigen Hilfsmaßnahmen.
Vor Ort in Emmendingen setzen lokale Akteure bereits gezielte Projekte um, um die Folgen von Armut abzumildern – von Bildungsförderung über Gesundheitsprävention bis hin zu Mobilitätsangeboten. Die Forderung nach besserer Infrastruktur und mehr Selbsthilfeoptionen unterstreicht den Willen, langfristige Perspektiven für gefährdete Gruppen zu schaffen.