Drei große Zeitungen setzen auf digitale Verlagsplattform der NPG
Adriane BoucseinDrei große Zeitungen setzen auf digitale Verlagsplattform der NPG
Drei große deutsche Tageszeitungen – die Freie Presse, die Stuttgarter Nachrichten und die Stuttgarter Zeitung – sind der digitalen Verlagsplattform NBR beigetreten, die von der Neuen Pressegesellschaft (NPG) betrieben wird. Der Schritt folgt der Entscheidung der NPG, ihre Nachrichtentechnologie erstmals auch externen Verlagen zugänglich zu machen.
Die Plattform verspricht Kosteneinsparungen, gemeinsame Ressourcen und mehr Flexibilität für regionale Medienhäuser, ohne dass diese ihre redaktionelle Unabhängigkeit aufgeben müssen.
Das NBR-System, das von der NPG verwaltet wird, bündelt verschiedene digitale Werkzeuge in einer einzigen Lösung. Dazu gehören das Content-Management-System LivingDocs, die Frontend-Lösung von Unit B mit integrierter Bezahlschranke sowie die KI-gestützten Redaktionstools von Retresco. Weitere Funktionen umfassen Nutzerauthentifizierung (Single-Sign-On und Checkout von Frisbii), Analysetools (Kilkaya) und Personalisierungsdienste.
Verlage erhalten zudem Zugang zu überregionalen Inhalten der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR), die Themen wie Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur abdecken. Die NPG bietet darüber hinaus optionale Dienstleistungen an, etwa Premium-Marketing, Leserentwicklung und SEO-Beratung. Laut Daniel Torka, Geschäftsführer der NPG Digital, senke die Plattform die Kosten, schaffe Skaleneffekte und ermögliche es Verlagen, sich stärker auf die lokale Berichterstattung zu konzentrieren.
Ulrich Becker, Geschäftsführer der NBR und Chefredakteur der NPG-Flaggschiff-Zeitung Südwest Presse, bezeichnete den Service als Rundum-Lösung. Partner könnten ihre Unabhängigkeit wahren und gleichzeitig von der Expertise der NPG sowie hochwertigen Inhalten profitieren. Das System sei so konzipiert, dass es keine Abhängigkeit von einzelnen Anbietern erzeuge und dank modularer Struktur individuell an die Bedürfnisse jedes Verlages angepasst werden könne.
Mit diesem Ansatz steht die NPG nicht allein da: Auch Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) betreibt mit seiner OnePlatform ein ähnliches Modell. Zu den externen Nutzern der NBR-Plattform zählen bereits die Badischen Neuesten Nachrichten, die Volksstimme und die Mitteldeutsche Zeitung.
Die Erweiterung der NBR-Plattform ermöglicht regionalen Verlagen den Zugang zu moderner Digitaltechnologie, ohne dass sie die Kontrolle abgeben müssen. Durch die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und Inhalten können sie ihre Betriebskosten senken und gleichzeitig die lokale Berichterstattung stärken. Das Modell spiegelt einen wachsenden Trend unter deutschen Medienhäusern wider, Ressourcen zu bündeln, um effizienter zu arbeiten.