Diebstahl an Selbstbedienungskassen steigt – Händler setzen auf KI-Kameras und stoßen an Grenzen
Bernhardine RörrichtDiebstahl an Selbstbedienungskassen steigt – Händler setzen auf KI-Kameras und stoßen an Grenzen
Diebstahl an Selbstbedienungskassen nimmt zu – mit Schätzungen von 15 bis 30 Prozent höheren Verlustraten als an bedienten Kassen. Die Problematik treibt Händler dazu, neue Technologien einzusetzen, doch manche stoßen auf rechtliche Hürden. Unterdessen sorgte ein kurioser Vorfall in Bayern für weltweites Aufsehen, als 50 Schafe in einen Supermarkt spazierten.
Laut dem EHI Retail Institute werden Selbstbedienungskassen zunehmend zum Ziel von Ladendiebstahl. Viele Täter entnehmen kleine Artikel in der Annahme, das Entdeckungsrisiko sei gering. Die Motive reichen von finanzieller Not über den Nervenkitzel des Stehlens bis hin zur Ausnutzung von Sonderangeboten.
Michael Sehrer, Inhaber eines Supermarkts in Freiburg, hat es mit Dieben aller Gesellschaftsschichten zu tun gehabt – von Studenten bis zu Rentnern. Sein Geschäft setzt mittlerweile auf Kameras über den Selbstbedienungskassen, stichprobenartige Taschenkontrollen und Sicherheitspersonal, um die Verluste zu begrenzen. Selbst kleine Diebstähle summieren sich und belasten die Betriebe finanziell spürbar.
Einige deutsche Händler setzen bereits auf KI-gestützte Kameras, die nicht gescannte Waren erkennen sollen. Seit 2020 testen oder nutzen Ketten wie Rewe, Edeka und Aldi solche Systeme. Doch strenge Datenschutzbestimmungen nach deutschem und EU-Recht bremsen eine flächendeckende Einführung aus.
Das Problem ist so verbreitet, dass eine aktuelle Umfrage ergab: Fast jeder kennt jemanden, der an der Selbstbedienungskasse schon einmal gestohlen hat. Nicht immer sind jedoch Menschen die Übeltäter – Anfang dieses Jahres sorgte eine Herde von 50 Schafen für Chaos in einem bayerischen Supermarkt und wurde zum viralen Internet-Hit.
Die Händler suchen nach einem Gleichgewicht zwischen Technologie und Sicherheit, um die steigenden Diebstahlzahlen an Selbstbedienungskassen in den Griff zu bekommen. Während KI-Kameras eine Lösung bieten, schränken rechtliche Vorgaben ihren Einsatz ein. Bis auf Weiteres setzen die Läden auf die Wachsamkeit des Personals und stichprobenartige Kontrollen, um ihre Gewinne zu schützen. Der Schaf-Vorfall bleibt derweil eine humorvolle Erinnerung an die unerwarteten Herausforderungen, mit denen der Einzelhandel konfrontiert ist.






