Deutschland streicht 50-Euro-Grenze für Schweizer Einkaufstouristen
Adriane BoucseinDeutschland streicht 50-Euro-Grenze für Schweizer Einkaufstouristen
Einkaufstourismus: Warum Deutschland die 50-Euro-Grenze abschaffen will
Teaser: Die Testphase könnte bereits in wenigen Monaten starten.
18. Dezember 2025, 12:00 Uhr MEZ
Deutschland plant die Abschaffung der 50-Euro-Mindestgrenze für die Mehrwertsteuererstattung beim grenzüberschreitenden Einkauf. Die Maßnahme soll die Ausgaben Schweizer Verbraucher fördern, die jährlich Milliarden in deutsche Einzelhandelskassen bringen. Ein digitales Ausfuhrzertifikat wird das bisherige papierbasierte System ersetzen und den Prozess vereinfachen.
Die Forderung nach Streichung der 50-Euro-Grenze gewinnt besonders in Grenzregionen an Fahrt, wo Schweizer Käufer eine zentrale Rolle spielen. Lokale Wirtschaftsvertreter argumentieren, dass die Aufhebung der Schwelle deutsche Geschäfte attraktiver mache, da selbst kleine Einkäufe für eine Mehrwertsteuerrückerstattung infrage kämen. Auch politisch wird die Debatte intensiver: Die Freien Demokraten (FDP) in Baden-Württemberg drängen auf einen klaren Zeitplan für die Umsetzung.
Ursprünglich sollte die Pilotphase für das digitale Ausfuhrzertifikat Anfang 2025 starten – mit Beteiligung von Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und Schweden. Technische Hürden und die Notwendigkeit, Pilotunternehmen in die Zollsysteme zu integrieren, verzögerten den Start jedoch. Das neue System wird nun frühestens im ersten Quartal 2026 eingeführt.
Das Bundesfinanzministerium betont die wirtschaftliche Bedeutung Schweizer Einkaufstouristen, die jährlich Milliarden in deutschen Innenstädten ausgeben. Die Digitalisierung des Verfahrens soll die Erstattung beschleunigen und den Verwaltungsaufwand an den Zollstellen verringern.
Durch den Wegfall der 50-Euro-Grenze wird die Mehrwertsteuer auf alle Einkäufe – unabhängig vom Wert – erstattet. Diese Änderung, kombiniert mit dem digitalen Ausfuhrzertifikat, soll den grenzüberschreitenden Handel weiter anregen. Besonders Händler in Grenzregionen dürften von den höheren Ausgaben Schweizer Kunden profitieren.