07 May 2026, 12:33

"Deutschland steuert auf die Wand zu": Herrenknecht-Chef warnt vor Bürokratie und Arbeitskultur

Altes Buch mit detaillierten architektonischen Plänen und Text, das eine Zeichnung des ursprünglichen Plans für die Königliche Hermwerk Berlin-Baklberg zeigt.

"Deutschland steuert auf die Wand zu": Herrenknecht-Chef warnt vor Bürokratie und Arbeitskultur

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor der Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen die überbordende Bürokratie und den Wandel der Arbeitskultur in den Griff bekämen. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sein Unternehmen – weltweit führend im Bau von Tunnelbohrmaschinen – mit Verzögerungen und wachsenden Forderungen der Belegschaft konfrontiert ist.

Herrenknecht beschrieb Deutschland als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen, gelähmt von übermäßiger Regulierung. Er räumte ein, dass er unter den heutigen Bedingungen sein eigenes Unternehmen nicht mehr gründen könnte. So steckt ein geplanter Logistikstandort in Baden-Württemberg bereits seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest, während ein vergleichbares Projekt in Chennai, Indien, innerhalb von nur drei Monaten genehmigt wurde.

Der Vorstandskritisierte zudem einen kulturellen Wandel in Deutschland. Er bezeichnete die Nation als ein „Land von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“ und verwies dabei auf die Forderungen junger Akademiker. Dazu gehörten Sabbaticals, umfangreiche Elternzeitoptionen und flexibles Homeoffice – Erwartungen, die er für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft als unrealistisch ansieht.

Die Herrenknecht AG, die weltweit rund 5.500 Mitarbeiter beschäftigt, dominiert den globalen Markt für Tunnelbohrtechnik. Das Unternehmen war an großen europäischen Infrastrukturprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt. Trotz dieser Erfolge warnt Herrenknecht, dass Deutschlands aktueller Kurs die industrielle Stärke des Landes untergraben könnte.

Die Warnungen spiegeln tiefe Sorgen über das wirtschaftliche und regulatorische Umfeld in Deutschland wider. Angesichts langwieriger Verzögerungen bei Infrastrukturvorhaben und steigender Erwartungen der Arbeitnehmer unterstreichen Herrenknechts Aussagen den Druck auf die Wirtschaft. Ohne Kurskorrektur, so seine Befürchtung, könnte die Position Deutschlands als Industrienation weiter schwächen.

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