22 December 2025, 15:12

Deutsche Flaggen in NRW: Weidel teilt falsche Informationen ├╝ber Staatschutz-Ermittlungen

Eine Flagge wird gegen einen einfarbigen Hintergrund angezeigt.

Deutsche Flaggen in NRW: Weidel teilt falsche Informationen ├╝ber Staatschutz-Ermittlungen

Deutsche Flaggen in NRW: Weidel verbreitet falsche Angaben zu Ermittlungen des Staatsschutzes

Teaser Laut Weltwoche und einigen AfD-Politikern ermittelt der Staatsschutz in Nordrhein-Westfalen wegen deutscher Flaggen. Warum diese Darstellung falsch ist – eine Einordnung.

21. November 2025, 13:26 Uhr

Eine Online-Kampagne, die Deutsche dazu aufruft, Nationalflaggen zu zeigen, verbreitet sich rasant – ausgelöst durch die Behauptung, der Staatsschutz untersuche solche Aktionen. Besonders an Fahrt gewann die Initiative, als AfD-Chefin Alice Weidel zum Hissen der Flaggen als Protest aufrief. Doch die Behörden stellen klar: Gegen die Flaggen selbst wird nicht ermittelt – im Fokus stehen allenfalls unabhängige Straftaten wie Hausfriedensbruch.

Unter dem Hashtag #HißtDieFlagge wird die Aktion inzwischen breit geteilt, vor allem von rechtsextremen Gruppen und Aktivisten in sozialen Medien.

Auslöser der Debatte war ein Bericht des Schweizer Magazins Weltwoche, wonach in Nachrodt-Wiblingwerde und Hilchenbach deutsche Flaggen gehisst worden seien – mit angeblicher Beteiligung des Staatsschutzes. AfD-Politiker, darunter Weidel, griffen den Artikel auf und deuteten ihn als Beleg für staatliche Unterdrückung. Tatsächlich geht es in Nachrodt-Wiblingwerde jedoch um Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs: Die Flaggen waren ohne Erlaubnis auf Privatgrund platziert worden. In Hilchenbach gibt es überhaupt kein Verfahren.

Weidels Aufruf, Flaggen bei einer Bürgerveranstaltung in Donaueschingen zu zeigen, löste begeisterten Applaus aus. Ein Videoausschnitt ihrer Rede verbreitete sich viral und sammelte auf Instagram über 100.000 Likes. Der Hashtag #HißtDieFlagge zirkuliert mittlerweile in rechtsextremen Netzwerken, darunter die Identitäre Bewegung, der niedersächsische Landesverband der Jungen Alternative sowie der Aktivist Martin Sellner. Juristen bestätigen: Das Zeigen der deutschen Flagge ist an sich nicht strafbar – es sei denn, es gehen weitere Delikte wie Hausfriedensbruch damit einher. Die Behörden haben keine Personen oder Gruppen im Zusammenhang mit der Kampagne namentlich genannt, und bis zum 22. Dezember 2025 gibt es keine öffentlichen Unterlagen zu konkreten Organisatoren.

Die Kampagne wird weiterhin vorangetrieben – vor allem von rechtsextremen Kreisen und AfD-Vertretern. Zwar verbietet kein Gesetz das Flaggenhissen, doch die Diskussion offenbart die Spannungen um nationale Symbole. Die Behörden betonen: Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen allenfalls begangene Straftaten, nicht die Flaggen selbst.