"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein Dorf zwischen Humor und Apokalypse
Adriane Boucsein"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein Dorf zwischen Humor und Apokalypse
„Debritz“ feiert Premiere am Badischen Staatstheater Karlsruhe
Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat das Stück Debritz Premiere gefeiert. Es entwirft ein fiktives Dorf als Mikrokosmos gesellschaftlicher Konflikte in strukturschwachen deutschen Regionen. Die Inszenierung verbindet Humor mit düsteren Themen vor dem Hintergrund einer zusammenbrechenden Salzbergbau-Gemeinde.
Debritz war einst ein blühendes Zentrum des Salzabbaus, doch der Klimawandel hat die Gegend in eine Ödnis verwandelt. Das Stück beleuchtet den Niedergang des Ortes und zeichnet zugleich ein gesellschaftliches Panorama durch seine Figuren. Besonders hervor stechen Peggy und Maik – gespielt von Rebecca Seidel und Jannik Süsselbeck – als einzige voll ausgearbeitete Charaktere der Handlung.
Die Regie bedient sich komischer und popkultureller Ästhetik, unterstützt von der lebendigen Ensembleleistung. Antonia Mohr verleiht als skurriler Untergrundbewohner Barbarossa dem Stück viel von seinem Humor. Ein prägnanter Moment ist Peggys missglücktes Online-Dating, bei dem sich ein Verehrer als „Bewässerungsanlage“ vorstellt.
Kritiker bemängeln, dass dem Stück emotionale Tiefe und intellektuelle Feinheit fehlen. Die finale Szene nimmt eine groteske Wendung, als das Paar die Siedlung in die Luft sprengt. Dieses explosive Ende deutet eine postapokalyptische Zukunft an, geprägt von Ressourcenkriegen.
Die Produktion vereint Satire und Gesellschaftskritik in einem überzeichneten Setting. Die Darstellung von Debritz spiegelt größere wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen wider. Das Stück hinterlässt beim Publikum eine düster-komische Vision einer Gemeinschaft am Abgrund.
