Darmstadt startet 300-Millionen-Projekt: B10 wird bis 2029 neu gestaltet
Adriane BoucseinDarmstadt startet 300-Millionen-Projekt: B10 wird bis 2029 neu gestaltet
Darmstadt startet eines seiner größten Infrastrukturprojekte mit Spatenstich am 30. November 2025
Mit einer feierlichen Grundsteinlegung am 30. November 2025 hat Darmstadt eines seiner bisher größten Infrastrukturvorhaben eingeläutet. Das Projekt wird die Bundesstraße B10 grundlegend umgestalten, wichtige Brücken neu errichten und das Verkehrssystem am Blaubeurer Ring neu ordnen. Oberbürgermeister Martin Ansbacher bezeichnete den Anlass als einen "historischen Moment" für die Stadt – und damit als Startschuss für Bauarbeiten mit einem Volumen von über 300 Millionen Euro.
Ab dem 1. Dezember 2025 beginnen die Abrissarbeiten an der westlichen Wallstraße-Brücke sowie der Brücke über das Blaubeurer Tor. In dieser Phase werden pro Fahrtrichtung rund 800 Tonnen Gerüstmaterial benötigt. Die östliche Wallstraße-Brücke folgt später: Sie wird zwischen Dezember 2027 und April 2028 abgerissen und neu gebaut.
Bis 2030 entsteht östlich des Blaubeurer Tors ein Tunnel, der die bestehende Brücke der B10 ersetzt. Das neue Konzept sieht zwei lichtsignalgeregelte Kreuzungen sowie eine kürzere und schmalere Wallstraße-Brücke vor. Die gesamten Umbaumaßnahmen sollen bis Ende 2029 abgeschlossen sein – rechtzeitig zur Landesgartenschau 2030 in Darmstadt. Die Stadt arbeitet mit zwei Konsortien zusammen: Die ARGE B10 Darmstadt, ein Zusammenschluss der Ed. Züblin AG und der Goldbeck GmbH, zeichnet für die Sanierung der B10 verantwortlich. Gleichzeitig haben Leonhard Weiss und Matthäus Schmid eine Absichtserklärung für die Bauarbeiten unterzeichnet.
Mit täglichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen, da während der Bauphase rund 30.000 Fahrzeuge umgeleitet werden müssen. Die Verantwortlichen betonen zwar die langfristigen Vorteile – darunter verbesserte Mobilität, nachhaltiges Stadtwachstum und den Erhalt historischer Bauwerke –, doch enge Zeitpläne, hohe Kosten und logistische Herausforderungen bleiben erhebliche Hürden.
Die Neugestaltung der B10 zählt zu den ehrgeizigsten und kostspieligsten Projekten Darmstadts. Nach Fertigstellung wird sie das Verkehrsnetz der Stadt prägen und gleichzeitig die Vorbereitungen auf die Landesgartenschau 2030 unterstützen. Der Erfolg des Vorhabens hängt davon ab, die komplexen Bauphasen zu meistern und die Beeinträchtigungen in den kommenden vier Jahren so gering wie möglich zu halten.