Cannabis-Legalisierung in Deutschland: CDU will Gesetz komplett zurücknehmen
Bernhardine RörrichtCDU fordert Rücknahme der Cannabis-Legalisierung - Cannabis-Legalisierung in Deutschland: CDU will Gesetz komplett zurücknehmen
Die spiegelnde Cannabis-Legalisierung in Deutschland steht vor einer schweren Bewährungsprobe, da die CDU eine vollständige Rücknahme des aktuellen Gesetzes vorantreibt. Die Partei argumentiert, die im April 2024 eingeführte Teilentkriminalisierung habe gesundheitliche und öffentliche Sicherheitsprobleme verursacht. Ein kürzlich geschlossener Koalitionsvertrag mit der SPD sieht lediglich eine ergebnisoffene Überprüfung vor – die Zukunft des Gesetzes bleibt damit ungewiss.
Die aktuellen Regelungen, die von der früheren Ampelkoalition beschlossen wurden, erlauben Erwachsenen den Konsum und Anbau kleiner Mengen Cannabis unter strengen Auflagen. Seit April 2024 hat sich die Debatte jedoch von theoretischen Überlegungen hin zu konkreten Problemen verlagert. So stiegen die Importe von medizinischem Cannabis im frühen Jahr 2025 um 400 Prozent – von 19 auf 80 Tonnen –, was Befürchtungen nährte, Online-Apotheken würden vor allem Freizeitkonsumenten statt Patienten beliefern. Zwar blieb der Jugendkonsum stabil und der Schwarzmarkt schrumpfte um etwa 160 Tonnen, doch verdoppelten sich in einigen Regionen fast die gemeldeten Fälle von cannabisbedingten Psychosen.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnte wiederholt vor "besorgniserregenden Entwicklungen" und kündigte strengere Maßnahmen an. Auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart sprachen sich die Delegierten für ein vollständiges Verbot von Besitz, Anbau und Verteilung aus. In parlamentarischen Anhörungen im Januar 2026 wurde diskutiert, ob das Gesetz verschärft oder ganz abgeschafft werden soll – geplante Änderungen im Oktober 2025 könnten die Teillegalisierung sogar vollständig rückgängig machen.
Der Vorstoß der CDU, das Gesetz zu kippen, könnte zu einer Rückkehr zu härteren Kontrollen führen und damit ein Wiedererstarken des Schwarzmarkts riskieren. Die ergebnisoffene Evaluation der Koalition lässt die endgültige Entscheidung weiter offen. Vorerst bleibt die Zukunft der deutschen Cannabispolitik ungewiss.






