15 January 2026, 07:40

Bundeswehr stoppt Umnutzung von Kasernen – Ellwangens Wohnraumpläne in Gefahr

Ein detailliertes altes Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.

Ellwangen will Apartments - Berlin-Kaserne - Bundeswehr stoppt Umnutzung von Kasernen – Ellwangens Wohnraumpläne in Gefahr

Das deutsche Verteidigungsministerium hat Pläne zur Umnutzung militärischer Liegenschaften für zivile Zwecke vorläufig gestoppt. Von der Entscheidung sind bundesweit über 25 Standorte betroffen, darunter auch zentrale Einrichtungen in Baden-Württemberg. Besonders hart trifft es Ellwangen, wo die geplante Umwandlung einer ehemaligen Kaserne in dringend benötigten Wohnraum nun auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

Die Aussetzung betrifft mehrere Projekte, etwa die Bleidorn-Kaserne in Ulm, die noch in diesem Jahr an die Stadt hätte übergeben werden sollen. Auch der Standort Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis ist von der Sperre betroffen. Die Verzögerungen bringen lokale Umnutzungspläne durcheinander.

In Ellwangen dienen sieben ehemalige Unternehmensgebäude derzeit bis Dezember als Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Die Stadt hatte geplant, das Gelände der Landeserstaufnahme (LEA) nach dem Umzug der Geflüchteten in Wohnraum für 1.800 Menschen umzuwandeln. Bürgermeister Michael Dambacher betont die Dringlichkeit des Vorhabens und argumentiert, dass das Areal keinesfalls wieder militärisch genutzt werden solle. Gemeinsam mit anderen Kommunalpolitikern hatte er sich an das Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und das Verteidigungsministerium gewandt, um das Projekt voranzutreiben. Doch die aktuelle Entscheidung des Ministeriums setzt diese Bemühungen nun aus.

Die Sperre lässt Ellwangens Wohnraumpläne in der Schwebe – eine baldige Lösung ist nicht in Sicht. Auch andere betroffene Städte müssen auf weitere Weisungen des Verteidigungsministeriums warten. Die Verzögerungen könnten die Umnutzungsprojekte in der gesamten Region um Monate zurückwerfen.