16 January 2026, 15:38

Bundeswehr stoppt Abgabe von 20 Militärstandorten – Kommunen in der Warteschleife

Ein detailliertes altes Stadtplan von Schlesisch, Deutschland, das die Schlacht von Wallers-Friedersdorf mit Text und Zahlen hervorhebt und Straßen, Gebäude und andere Gebietmerkmale zeigt.

Städte machen sich Sorgen um ihre Pläne für militärisches Gebiet - Bundeswehr stoppt Abgabe von 20 Militärstandorten – Kommunen in der Warteschleife

Bundeswehr stoppt Übergabe von Militärflächen an zivile Nutzung – über 20 Standorte betroffen

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVG) hat die Freigabe ehemaliger Militärliegenschaften für die zivile Nutzung vorerst ausgesetzt. Dadurch bleibt die Zukunft von mehr als 20 ehemaligen Standorten ungewiss. Die im Jahr 2024 bekannt gegebene Entscheidung begründet das Ministerium mit anhaltenden sicherheitspolitischen Erfordernissen. Betroffen ist unter anderem die Bleidorn-Kaserne in Ulm, die auch im Januar 2026 noch unter Kontrolle der Bundeswehr bleibt.

Von der Aussetzung sind insgesamt 187 ehemalige Militärflächen betroffen, die im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) stehen. Diese Grundstücke sollten ursprünglich für zivile Zwecke umgenutzt werden, etwa für Wohnraum oder Gemeinschaftsprojekte. In Schwetzingen wurden Pläne für ein Wohngebiet mit Platz für bis zu 1.800 Menschen auf Eis gelegt, nachdem eine dortige Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete geschlossen worden war. In Ellwangen wiederum werden sieben ehemalige Wirtschaftsgebäude bis Jahresende weiterhin als vorübergehende Unterkunft für Geflüchtete genutzt.

Für Mittwoch ist ein Gespräch mit dem Verteidigungsministerium angesetzt, um über die Zukunft des Standorts Ellwangen zu beraten. Auch die Übergabe der Bleidorn-Kaserne in Ulm, die ursprünglich bis Ende 2025 erfolgen sollte, ist von dem Stopp betroffen. Die Kehrtwende markiert einen Bruch mit der bisherigen Praxis: Die Umwidmung von Militärflächen für zivile Zwecke hatte in den 1990er-Jahren begonnen und war nach dem Ende der Wehrpflicht in den 2010er-Jahren wiederaufgenommen worden.

Die Aussetzung führt bei Kommunen und Projektentwicklern zu Verzögerungen. Städte wie Schwetzingen und Ellwangen müssen ihre Pläne nun anpassen und auf weitere Entscheidungen warten. Die Bleidorn-Kaserne bleibt vorerst in der Hand der Bundeswehr und wird voraussichtlich weiterhin militärisch genutzt.