11 January 2026, 04:54

Boris Palmer attackiert Verkehrsminister: Bahn-Chaos zwischen Tübingen und Stuttgart eskaliert

Ein Zug fährt auf den Schienen neben einer Plattform mit einem an der Decke befestigten Pfosten, der Metallstangen mit Lampen trägt.

Boris Palmer attackiert Verkehrsminister: Bahn-Chaos zwischen Tübingen und Stuttgart eskaliert

Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat Verkehrsminister Winfried Hermann wegen der sich verschlechternden Zuverlässigkeit der Züge zwischen Tübingen und Stuttgart scharf kritisiert. Die Strecke, die von der Deutschen Bahn bedient wird, leidet unter zunehmenden Verspätungen, wobei sich die Lage in den letzten sechs Monaten deutlich zugespitzt hat. Hermann räumte ein, dass aufgrund laufender Infrastrukturarbeiten und des Projekts Stuttgart 21 keine schnellen Lösungen möglich seien.

Bei einem jüngsten Treffen schlug Palmer kurzfristige Maßnahmen vor, um die Probleme zu entschärfen. Dazu gehörten die Bereitstellung eines zusätzlichen Zuges in Tübingen für überlappende Wendemanöver sowie die vorübergehende Aussetzung des RE 6. Das Verkehrsministerium bestätigte später, dass diese Vorschläge bereits geprüft würden – die überlappenden Wendemanöver seien nun für Dezember 2026 geplant.

Hermann bestätigte laufende Gespräche mit DB Regio, um das Angebot um ein Sechstel zu reduzieren. Ziel sei es, die Pünktlichkeit zu verbessern, sodass die Züge voraussichtlich ab Ostern 2026 wieder planmäßig fahren könnten. Allerdings betonte er, dass erhebliche Infrastrukturengpässe – insbesondere die Bauarbeiten für Stuttgart 21 – grundlegende kurzfristige Verbesserungen unmöglich machten. Die Äußerungen des Ministers erfolgten nach öffentlicher Kritik Palmers am aktuellen Zustand der Bahnverbindung. Trotz der Vorschläge machte Hermann deutlich, dass langfristige Lösungen von der Fertigstellung der bestehenden Projekte abhängen.

Das Verkehrsministerium und DB Regio arbeiten an Anpassungen, um die Strecke Tübingen–Stuttgart zu stabilisieren. Durch einen reduzierten Fahrplan und betriebliche Änderungen soll bis 2026 wieder eine zuverlässige Verbindung hergestellt werden. Bis dahin müssen Fahrgäste jedoch weiterhin mit Verspätungen rechnen – bedingt durch anhaltende Bauarbeiten und Infrastrukturgrenzen.