20 April 2026, 04:26

BND vor Gericht: Journalisten kämpfen gegen geheime Überwachung ihrer Arbeit

Mann in Anzug, der wahrscheinlich eine Regierungserklärung zur Verbotsverordnung für das Internet abgibt.

BND vor Gericht: Journalisten kämpfen gegen geheime Überwachung ihrer Arbeit

Deutscher Auslandsgeheimdienst BND vor Gericht: Journalisten klagen gegen Überwachungspraktiken

Der deutsche Auslandsgeheimdienst Bundesnachrichtendienst (BND) sieht sich mit einer juristischen Klage wegen seiner Überwachungsmethoden konfrontiert. Sechs internationale Journalisten hatten die Behörde 2017 verklagt und werfen ihr vor, mit ihren weitreichenden Befugnissen die Pressefreiheit zu gefährden. Der Fall wirft erneut die seit Langem bestehenden Bedenken auf, wie der BND im digitalen Zeitalter Kommunikationsdaten überwacht.

Der BND wurde 1956 gegründet, um während des Kalten Krieges Informationen über die Rote Armee zu sammeln. Seine Hauptaufgabe bestand darin, Erkenntnisse mit verbündeten Regierungen – insbesondere den USA – auszutauschen. 1968 erhielt die Behörde per Gesetz die Erlaubnis, Kommunikation abzuhören, sofern dabei nicht die Privatsphäre deutscher Bürger verletzt wurde.

Im Laufe der Jahrzehnte weiteten sich die Kompetenzen des BND beträchtlich aus. 1990, 2001 und 2017 ermöglichten neue Gesetze die Überwachung von Ausländern ohne richterlichen Beschluss. Der Dienst verfolgt dabei einen "strategischen" Ansatz: Er sammelt große Mengen an Daten, selbst wenn daraus nicht unmittelbar Konsequenzen gezogen werden.

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Die Kritik verschärfte sich nach den Enthüllungen Edward Snowdens 2013, die zeigten, dass der BND an unkontrollierten Überwachungsprogrammen beteiligt war – darunter auch die Zusammenarbeit mit der NSA. 2017 berichtete dann Der Spiegel, der BND habe seit 1999 große Medienhäuser wie die BBC, Reuters und die New York Times ausspioniert.

Die Klage, unterstützt vom Deutschen Journalisten-Verband und Reporter ohne Grenzen, argumentiert, die aktuellen Überwachungsregeln böten dem Journalismus keinen ausreichenden Schutz. Die Kläger fordern strengere Grenzen für die Arbeit von Geheimdiensten in einer Ära digitaler Kommunikation.

Nun muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob die Überwachungspraktiken des BND reformiert werden müssen. Ein Urteil zugunsten der Journalisten könnte die Behörde zwingen, ihre Methoden zur Datenerfassung und -überwachung zu ändern. Die Entscheidung könnte zudem Maßstäbe setzen für die Abwägung zwischen Sicherheitsinteressen und Pressefreiheit in Deutschland.

Quelle