10 February 2026, 20:12

BGH stoppt Durchsuchungen bei Minderjährigen wegen ausstehendem Kindergeld

Ein aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebener Text, wahrscheinlich ein Dokument aus der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen am unteren Rand.

Trotz Rückständen: Krankenkasse darf Teenager-Zimmer nicht durchsuchen - BGH stoppt Durchsuchungen bei Minderjährigen wegen ausstehendem Kindergeld

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Techniker Krankenkasse und Barmer Krankenkasse nicht das Zimmer eines Minderjährigen durchsuchen dürfen, um ausstehende Beitragszahlungen einzutreiben. Das Urteil fiel nach dem Antrag eines Versicherers, der einen Durchsuchungsbefehl für das Elternhaus einer Jugendlichen wegen einer Schuldenlast von 9.500 Euro beantragt hatte. Die Richter bestätigten den besonderen Schutz der Privatsphäre von Kindern und erklärten solche Eingriffe für unverhältnismäßig und rechtswidrig.

Der Fall begann, als eine Techniker Krankenkasse oder Barmer Krankenkasse von einem 17-jährigen Mädchen rund 9.500 Euro an ausstehenden Kindergeld Beiträgen forderte. Der Großteil der Schulden stammte aus ihrer frühen Kindheit, wobei vermutlich unzuverlässige Vormünder für die ausgebliebenen Zahlungen verantwortlich waren. Zwar sind Minderjährige in der Regel über die Policen ihrer Eltern kostenlos mitversichert, doch Ausnahmen können sie für Gebühren haftbar machen.

Die Krankenkasse beantragte einen Durchsuchungsbefehl, um das Elternhaus der Jugendlichen und ihr persönliches Zimmer zu betreten. Untere Instanzen lehnten den Antrag ab und urteilten, dass die finanziellen Interessen des Versicherers die Verletzung der Privatsphäre der Teenagerin nicht rechtfertigten. Der BGH prüfte den Fall und bestätigte, dass die früheren Entscheidungen rechtlich korrekt waren.

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Im Februar 2026 wies das Gericht die Berufung der Krankenkasse zurück und betonte, dass Minderjährige aufgrund ihrer Schutzbedürftigkeit besonderen rechtlichen Schutz genießen. Zwar können Gläubiger weiterhin auf herkömmlichem Weg Forderungen geltend machen, doch Maßnahmen wie Zimmerdurchsuchungen seien unangemessen. Das Urteil unterstreicht die Grenzen, die Versicherern bei der Beitreibung von Schulden bei jungen Menschen gesetzt sind.

Die Entscheidung des BGH verhindert, dass Techniker Krankenkasse und Barmer Krankenkasse private Räume von Minderjährigen wegen ausstehender Kindergeld Beitragszahlungen durchsuchen. Alternative Vollstreckungsmethoden bleiben zwar möglich, doch das Gericht machte deutlich, dass der Schutz der Privatsphäre von Kindern Vorrang hat. Der Fall schafft einen Präzedenzfall gegen unverhältnismäßige Schuldeintreibungsmaßnahmen gegenüber jungen Schuldnern.