Beschuldigung: SWR kürzte auch Trumps Capitol-Rede empfindlich
Vorwurf: SWR kürzte Trumps Capitol-Rede in sensibler Weise
Nach dem BBC-Skandal geraten nun deutsche öffentlich-rechtliche Sender in die Kritik. Auch der SWR schnitt Trumps Rede vom 6. Januar 2021 umstritten zusammen. Wie der Sender auf die Vorwürfe reagiert.
- November 2025, 08:05 Uhr
Ein deutscher öffentlich-rechtlicher Rundfunksender steht in der Kritik, weil er einen zentralen Abschnitt aus Donald Trumps Rede vom 6. Januar 2021 gekürzt hat. Der SWR, Teil des ARD-Verbunds, strahlte eine Dokumentation mit dem Titel „Sturm auf das Kapitol“ aus, in der fast 50 Minuten der ursprünglichen Ansprache fehlen. Durch die Kürzung entfiel Trumps Aufruf an seine Anhänger, am US-Kapitol „friedlich und patriotisch“ zu protestieren.
Die umstrittene Dokumentation des SWR setzte zwei separate Ausschnitte aus Trumps Rede zusammen. Durch das Herausschneiden eines entscheidenden Teils veränderte sich der wahrgenommene Ton seiner Äußerungen. Der fehlende Abschnitt enthielt Trumps explizite Aufforderung an die Menge, gewaltfrei zu demonstrieren.
Die Schweizer Publikation „Die Weltwoche“ veröffentlichte später einen eigenen Video-Vergleich, der zeigte, wie die SWR-Version einen anderen Eindruck von der Absicht der Rede vermittelte. Der Sender verteidigte sein Vorgehen und argumentierte, die Zitate seien nicht als Zusammenfassung der gesamten Ansprache gedacht gewesen, sondern sollten „die Stimmung der Menge“ vermitteln. Der SWR bestritt, eine Verfälschung vorgenommen zu haben. In einer Stellungnahme bezeichnete er die weggelassene Passage als „in diesem Zusammenhang irrelevant“ und wies Vorwürfe einer Verzerrung zurück. Die ursprüngliche Rede zeigte jedoch, wie Trump sowohl Behauptungen über Wahlbetrug wiederholte als auch auf friedliche Proteste pochte – Aspekte, die in der bearbeiteten Fassung fehlten.
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Frage, ob die Kürzung die Zuschauer über Trumps tatsächliche Worte in die Irre führte. Während der SWR die Änderungen für gerechtfertigt hält, werfen Kritiker dem Sender vor, den Kontext der Rede verzerrt zu haben. Die Debatte folgt auf frühere Vorwürfe gegen die BBC, der ebenfalls vorgeworfen wurde, Trumps Botschaft durch Schnitte verfälscht zu haben.