09 May 2026, 04:28

Berlins Rolltreppen-Krieg: Warum Linkssteher die Stadt nerven

Eine Treppe in einer U-Bahn-Station mit einem "Reise, wenn du wagst"-Schild oben, flankiert von Geländern und U-Bahn-Stationswänden im Hintergrund.

Berlins Rolltreppen-Krieg: Warum Linkssteher die Stadt nerven

In Berlin tickt die Zeit schnell – so schnell, dass sie sich wie die inoffizielle Währung der Stadt anfühlt. Doch auf den Rolltreppen der Hauptstadt bremst eine kleine, aber hartnäckige Gruppe den Fluss: die Linkssteher. Das sind die Menschen, die regungslos auf der linken Seite stehen, Eilige blockieren und damit eine der heiligsten ungeschriebenen Regeln der Stadt brechen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Berliner Rolltreppen folgen einem einfachen Prinzip: Rechts stehen, links gehen. Sie werden wie öffentlicher Nahverkehr behandelt – nicht als Ort zum Verweilen, sondern als Teil des ständigen Tempos der Stadt. Doch die Linkssteher stören diesen Rhythmus. Indem sie die „Überholspur“ besetzen, zwingen sie gestresste Pendler zu Slalomfahrten um sie herum und verursachen unnötige Verzögerungen.

Die Verärgerung geht tiefer als bloße Unannehmlichkeit. In einer Stadt, in der Hektik und Effizienz oft auf Gleichgültigkeit prallen, verkörpern die Linkssteher diesen Widerspruch. Sie wirken unbeeindruckt von der Eile um sie herum und verwandeln einen funktionalen Raum in einen Flaschenhals. Für viele Berliner fühlt sich diese kleine Respektlosigkeit wie eine persönliche Provokation an.

Diese Beobachtung stammt aus der Kolumne Hit der Woche von David Grunwald auf Schlager Radio, ausgestrahlt auf 106,0 FM. Der Beitrag zeigt, wie selbst eine scheinbare Kleinigkeit wie Rolltreppen-Knigge die Spannungen in einer schnelllebigen Stadt offenbart.

Die Debatte um die Linkssteher wird so schnell nicht enden, doch die Regel bleibt klar: Die linke Seite ist zum Gehen da. Wer sie ignoriert, bremst nicht nur andere aus – er stört Berlins Rhythmus. Vorerst werden die eiligen Bewohner der Stadt weiter ausweichen, seufzen und auf ein wenig mehr Rücksichtnahme auf den Rolltreppen hoffen.

Quelle