Berliner Linke will Mietenexplosion mit radikaler Obergrenze stoppen
Adriane BoucseinBerliner Linke will Mietenexplosion mit radikaler Obergrenze stoppen
Berlins Linke legt radikalen Plan gegen explodierende Mieten vor: Strenge Obergrenzen für kommunalen Wohnraum
Die Berliner Linkspartei hat einen ehrgeizigen Plan vorgestellt, um die stark steigenden Mieten in den Griff zu bekommen – durch die Einführung einer strikten Mietpreisbremse für städtische Wohnungen. Das Vorhaben zielt auf rund 400.000 städtische Wohnungen ab, bei denen Mietsteigerungen zunächst eingefroren und anschließend streng reguliert werden sollen. Gleichzeitig will die Partei das Angebot an bezahlbarem Wohnraum durch einen massiven Wohnungsbau und neue Vorgaben für private Vermieter ausbauen.
Laut dem Plan dürften Mieten für neu vermietete oder wiedervermietete kommunale Wohnungen höchstens so hoch sein wie die Miete des Vormieters oder maximal zehn Prozent unter dem örtlichen Mietspiegel liegen. Aktuell mehr als 20 Prozent über dem Mietspiegel liegende Mieten würden auf nur noch zehn Prozent darüber gesenkt. Im ersten Jahr würden sämtliche Mieterhöhungen komplett ausgesetzt, gefolgt von einer jährlichen Obergrenze von lediglich einem Prozent.
Zudem soll die Umlage von Modernisierungskosten auf Mieter gedeckelt werden – auf maximal 1,50 Euro pro Quadratmeter. Bestehende Schutzregelungen, die sicherstellen, dass kein Haushalt mehr als 27 Prozent seines Einkommens für Miete aufwendet, blieben bestehen. Um die anfänglichen Mindereinnahmen durch den Mietenstopp auszugleichen, ist eine einmalige Finanzspritze für die städtische Wohnungsbaugesellschaft LWU vorgesehen.
Ein neues "Gesetz für sicheren Wohnraum" würde den Markt weiter verschärfen, indem private Vermieter mit 50 oder mehr Wohneinheiten verpflichtet würden, einen Teil frei werdender Wohnungen für einkommensschwache und mittlere Haushalte vorzuhalten. Die Linke argumentiert, dass diese Maßnahmen den allgemeinen Mietspiegel der Stadt drücken und den Druck auf den privaten Sektor verringern würden.
Neben der Mietpreisbremse hat sich die Partei verpflichtet, jährlich 7.500 neue kommunale Wohnungen zu bauen. Bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr sollen bereitgestellt werden, um den öffentlichen Wohnungsbestand Berlins auszuweiten und die wachsende Nachfrage zu decken.
Sollte der Plan umgesetzt werden, würde dies einen radikalen Wandel auf dem Berliner Wohnungsmarkt bedeuten – mit direkter Kontrolle über die Mieten von Hunderttausenden städtischen Wohnungen. Die Kombination aus strengeren Obergrenzen, ehrgeizigen Bauzielen und Regeln für private Vermieter soll die Kosten stabilisieren und die Wohnungsversorgung für die Bevölkerung verbessern.






