19 March 2026, 10:43

Bayerische Ampeln zeigen Dürer-Hasen, Trachten und Würstchenverkäufer statt Standardfiguren

Eine Gruppe von Menschen in traditioneller bayrischer Tracht, die Musikinstrumente spielen, während sie eine Straße entlanggehen, die von Gebäuden gesäumt ist, einige halten Fahnen, mit einem Hügel und einem blauen Himmel im Hintergrund.

Wenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Ampeln zeigen Dürer-Hasen, Trachten und Würstchenverkäufer statt Standardfiguren

Fußgängerampeln in Bayern erhalten lokalen Touch

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In mehreren bayerischen Städten ersetzen kulturelle Symbole die klassischen grünen Ampelfiguren – von berühmten Künstlern bis hin zu traditionellen Trachten. Die Initiative stößt auf Begeisterung, wirft aber auch Fragen zur Verkehrssicherheit auf.

Den Anfang machte Nürnberg, das 2026 eine Ampel mit Albrecht Dürers "Feldhasen" installierte. Anders als andere Städte holte Nürnberg dafür keine Genehmigung der Landesregierung ein. Die Verantwortlichen argumentieren, die Stadt trage allein die Verantwortung für den Betrieb der Anlage – und etwaige Vorfälle, die damit zusammenhängen.

In Hof wird bald eine Fußgängerampel mit dem "Wärschtlamo" zu sehen sein, einem beliebten lokalen Würstchenverkäufer. Das Projekt war zunächst abgelehnt worden, setzte sich aber durch, nachdem die SPD-Fraktion die Kosten von 3.000 Euro übernahm. Dachau hingegen hat seine Ampelfiguren in bayerischer Tracht aufgrund positiver Resonanz und Spenden ausgeweitet.

Die Augsburger "Kasperl"-Ampel nahe dem Theater erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. München verfügt bereits über drei "Pumuckl"-Figuren, Straubing zeigt "Bruder Straubinger", einen ortsansässigen Mönch, und in Deggendorf wirft eine Frau Knödel – allesamt regionale Besonderheiten.

Auch außerhalb Bayerns setzen seit 2017 sechs weitere deutsche Städte auf ähnliche Designs: Friedberg führte 2018 eine Elvis-Presley-Figur ein, Hameln 2019 den Rattenfänger, Osnabrück 2020 "Schimmelreiter" (Hobbypferde). Hannover und Lüneburg nutzen mittlerweile saisonale Weihnachtsmotive.

Das bayerische Innenministerium lehnt die Umgestaltungen jedoch ab. Behörden warnen, dass kulturell oder politisch motivierte Änderungen an Verkehrszeichen die Sicherheit gefährden könnten.

Trotz offizieller Bedenken hält der Trend zu thematischen Ampelfiguren an. Städte wie Dachau und Hof erweitern ihre lokalen Entwürfe, andere folgen ohne landesweite Freigabe. Die Debatte zwischen kultureller Identität und Verkehrssicherheit bleibt vorerst ungelöst.

Quelle