Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach Sanierung wieder offen – mit Verspätung und Mehrkosten
Bernhardine RörrichtBahnstrecke Hamburg–Berlin nach Sanierung wieder offen – mit Verspätung und Mehrkosten
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach einer umfassenden Sanierung wieder in Betrieb gegangen – mit deutlicher Verspätung und höheren Kosten als ursprünglich geplant. Das Projekt, das Teil eines größeren Modernisierungsprogramms ist, sollte die Strecke für die kommenden Jahre vor größeren Baumaßnahmen bewahren.
Die Arbeiten begannen im frühen August 2022 mit einer Vollsperrung für den Fern-, Regional- und Güterverkehr. Ursprünglich sollte die Strecke bis Anfang Mai fertiggestellt werden, doch anhaltender Frost im Januar und Februar führte zu Verzögerungen. Die Wiedereröffnung erfolgte schließlich Mitte Juni – sechs Wochen später als vorgesehen.
Während der Sperrung wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Reisezeiten verlängerte. Regionalreisende mussten monatelang auf Schienenersatzverkehr mit Bussen ausweichen. Die Gesamtkosten stiegen auf rund 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro mehr als veranschlagt. Zudem wurde ein zusätzlicher Notfallfonds in Höhe von 300 Millionen Euro vollständig aufgebraucht.
Trotz der Wiederinbetriebnahme gab es weiterhin Probleme: Aufzüge fielen sofort aus, und Züge fuhren nicht nach Plan. Zudem ist die Installation des neuen europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) noch nicht abgeschlossen, sodass eine weitere längere Sperrung nötig sein wird.
Die Strecke ist zwar wieder befahrbar, doch das Projekt zeigt die anhaltenden Herausforderungen bei Großsanierungen auf: verlängerte Sperrzeiten, steigende Kosten und ungelöste technische Probleme, die künftige Arbeiten erfordern.
