Badisches Landesmuseum verlagert 17.500 Exponate für historische Großsanierung
Mahmut UllmannMit Vorsicht und Überraschungen: Wie ein Museum umzieht - Badisches Landesmuseum verlagert 17.500 Exponate für historische Großsanierung
Großprojekt im Badischen Landesmuseum: Umzug von 17.500 Exponaten vor Sanierung
Das Badische Landesmuseum im Karlsruher Schloss bereitet sich auf eine umfangreiche Schließung und Sanierung vor. Alle 17.500 Ausstellungsstücke müssen umgelagert werden – eines der größten Kulturgut-Erhaltungsprojekte Deutschlands der letzten Jahre. Der Prozess wird voraussichtlich 18 Monate dauern, bevor 2028 überhaupt mit den Bauarbeiten begonnen wird.
Das 1715 gegründete Schloss beherbergt seit über einem Jahrhundert das Landesmuseum. Nun muss der gesamte Bestand – rund eine halbe Million Objekte – saniert werden. Nur drei Prozent davon sind derzeit ausgestellt, der Rest bildet den historischen Kern der Sammlung.
Jedes einzelne Stück wird dokumentiert, fotografiert und auf seinen Zustand geprüft, der als "gut", "befriedigend" oder "handlungsbedürftig" klassifiziert wird. Einige Exponate werden an andere Institutionen verliehen, andere in Depots gebracht. Für besonders fragile oder ungewöhnlich geformte Stücke werden etwa 600 maßgefertigte Holzkisten angefertigt.
Eine der größten Herausforderungen ist der Transport des Mithras-Reliefs, dessen Segmente jeweils zwischen 1,5 und 1,8 Tonnen wiegen. Fachleute werden es mit einem Kran und Präzisionswerkzeugen von der Wand lösen. Der gesamte Bestand, der rund 800 Paletten füllt, wird für den Transport vorbereitet – ein Teil ist bereits in der Eingangshalle zwischengelagert.
Kurator Lars Petersen erwartet, dass der Umzug verborgene Details und Schichten der Objekte zutage fördert. Auch die Museumsführung soll neu gestaltet werden, um den Besucherfluss zu optimieren und die Schlossarchitektur besser zur Geltung zu bringen. Vor Beginn der Hauptbauphase 2028 werden durch die Bauaufsicht Probebohrungen durchgeführt.
Die Umlagerung dauert voraussichtlich bis Ende 2025, die Sanierung mehrere weitere Jahre. Nach Abschluss soll das Museum mit einer klareren Struktur und besser erhaltenen Sammlungen wiedereröffnen. Ein vergleichbares Projekt dieses Ausmaßes gab es in Deutschland in den letzten fünf Jahren nicht.






