14 March 2026, 08:28

Baden-Württembergs Landtag wächst auf Rekordgröße von 157 Abgeordneten

Ein detaillierter Grundrissplan des ehemaligen Büro des deutschen Bundeskanzlers, der den Aufbau des Gebäudes mit verschiedenen Räumen und Textanmerkungen zeigt.

Warum der Landtag so groß wie nie zuvor ist - Baden-Württembergs Landtag wächst auf Rekordgröße von 157 Abgeordneten

Baden-Württembergs jüngste Wahlreform führt zum größten Landtag der Landesgeschichte

Der neu gewählte 18. Landtag, der am 8. März 2026 bestimmt wurde, umfasst nun 157 Abgeordnete – deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen. Kritiker hatten jahrelang gewarnt, dass Änderungen des Wahlsystems ein überdimensioniertes Parlament mit bis zu 200 Sitzen und explodierenden Kosten zur Folge haben könnte.

Der deutliche Anstieg der Mandate ist auf das 2021 eingeführte Zweistimmensystem zurückzuführen. Dieses führte zu Überhang- und Ausgleichsmandaten, wodurch der Landtag seine geplante Größe überschritt. Bei der Wahl 2021 hatten die Grünen 13 Überhangmandate erhalten, während andere Parteien 21 Ausgleichsmandate zugesprochen bekamen, um eine faire Repräsentation zu gewährleisten.

Bei der Wahl 2026 sicherte sich die CDU 14 Überhangmandate, die Grünen 13, die AfD 8 und die SPD 2 Ausgleichsmandate. Diese Anpassungen ließen das Parlament auf 157 Abgeordnete anwachsen – ein historischer Rekord.

Ein erklärtes Ziel der Reform war es, den Frauenanteil zu erhöhen. Im neuen Landtag sitzen nun 53 Abgeordnete, was den Frauenanteil von rund 33 Prozent am Ende der letzten Legislaturperiode auf 33,8 Prozent steigen ließ. Doch die Reform stieß auf Widerstand: Die FDP startete eine Bürgerinitiative gegen das sogenannte "Mega-Parlament" und argumentierte, es verschlinge Millionen. Die Kampagne konnte die Änderungen letztlich jedoch nicht verhindern.

Der 18. Landtag ist damit das größte Parlament in der Geschichte Baden-Württembergs. Mit 157 Mitgliedern spiegelt er die Auswirkungen des Zweistimmensystems sowie die Hinzunahme von Überhang- und Ausgleichsmandaten wider. Der Anstieg der Abgeordneten zeigt zwar eine messbare Veränderung bei der Frauenrepräsentation, doch Sorgen über Kosten und Effizienz bleiben bestehen.

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