Baden-Württemberg warnt vor Milliardenverlusten durch Fachkräftemangel und sinkende Migration
Bernhardine RörrichtIHK: Ohne Zuwanderung fehlen bis 2035 200.000 Jobs - Baden-Württemberg warnt vor Milliardenverlusten durch Fachkräftemangel und sinkende Migration
Baden-Württembergs Wirtschaft drohen schwere Risiken, falls die Migration nachlässt. Wirtschaftsführer warnen, dass strengere Regeln die Fachkräftelücke in Schlüsselbranchen weiter verschärfen könnten. Ohne ausländische Arbeitskräfte könnte die Region bis 2035 Milliardenverluste bei der Wirtschaftsleistung erleiden.
Besonders betroffen wäre der Gesundheitssektor: Bei einem Stopp der Migration würde er um 2,5 Prozent schrumpfen, was zusätzlich 15.000 unbesetzte Stellen hinterlassen würde. Damit verschärfte sich der ohnehin schon kritische Mangel an medizinischem Personal weiter.
Auch die IT-, Kommunikations- und Cybersicherheitsbranche ist in hohem Maße auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Ein Rückgang um 4,7 Prozent bei qualifizierten Arbeitskräften könnte den digitalen Fortschritt ausbremsen und die IT-Sicherheit in der gesamten Region gefährden.
Bis 2035 könnte sich die Gesamtlücke auf dem Arbeitsmarkt auf 200.000 fehlende Fachkräfte belaufen, falls sich die aktuellen Trends fortsetzen. Die Zahl der unbesetzten Stellen würde damit von heute 380.000 auf 580.000 in etwas mehr als einem Jahrzehnt ansteigen. Die volkswirtschaftlichen Kosten werden auf 220 Milliarden Euro an entgangener Produktion und Wachstum geschätzt.
Obwohl Baden-Württemberg seine Anwerbebemühungen intensiviert hat, gibt es keine genauen Zahlen, wie viele ausländische Fachkräfte 2023 tatsächlich zugewandert sind. Zwar zeigen bundesweite Daten einen Anstieg der Beschäftigung von Ausländern, doch die spezifischen Bedürfnisse der Region bleiben ungedeckt.
Die Warnungen unterstreichen, wie entscheidend Migration für die Zukunft Baden-Württembergs ist. Ohne ausreichend ausländische Arbeitskräfte werden Krankenhäuser, Technologieunternehmen und andere Branchen kaum funktionsfähig bleiben. Die Verantwortlichen in der Region stehen nun unter Druck, Hürden abzubauen und die dringend benötigten Fachkräfte zu sichern – andernfalls droht ein wirtschaftlicher Abwärtstrend.






