Baden-Württemberg und Brasilien stärken Naturschutz durch neues Kooperationsabkommen
Philipp NetteBaden-Württemberg und Brasilien stärken Naturschutz durch neues Kooperationsabkommen
Baden-Württemberg hat seine Partnerschaft mit zwei Nationalparks Brasiliens durch ein neues Kooperationsabkommen gestärkt. Die Vereinbarung wurde auf der UN-Klimakonferenz (COP30) in Belém unterzeichnet und markiert eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen den Regionen. Ziel der Verantwortlichen ist es, gemeinsame Herausforderungen im Bereich Naturschutz und Klimaschutz in den nächsten fünf Jahren anzugehen.
Das Abkommen verbindet den Nationalpark Schwarzwald in Baden-Württemberg mit dem Nationalpark Itatiaia im Süden Brasiliens und dem Nationalpark Pico da Neblina im Norden des Landes. Die Kontakte zwischen den Parks bestehen bereits seit Jahren, doch das aktuelle Übereinkommen legt erstmals einen konkreten Fünfjahres-Arbeitsplan fest. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind der Brandschutz, nachhaltiger Tourismus und die regionale Vernetzung.
Fachleute aus den beteiligten Parks werden an technischen Lösungen zur Erfassung einheimischer und invasiver Arten arbeiten. Zudem tauschen sie Forschungsergebnisse zum Artenschutz und zu den Auswirkungen des Klimawandels aus. Umweltministerin Thekla Walker betonte die Bedeutung von Wäldern für den Klimaschutz und forderte verstärkte Anstrengungen im Naturschutz. Dr. Britta Böhler, Leiterin des Nationalparks Schwarzwald, wies darauf hin, dass kein einzelner Park den Verlust der biologischen Vielfalt allein aufhalten könne. Sie plädierte für ein globales Netzwerk geschützter Gebiete, um wirksame Fortschritte zu erzielen. Die Pressestelle des baden-württembergischen Umweltministeriums bestätigte die federführende Rolle des Landes bei der Koordination der Partnerschaft.
Im Rahmen des Fünfjahres-Programms sind gemeinsame Projekte zur Artenüberwachung, zum Brandmanagement und zur Entwicklung nachhaltiger Besucherkonzepte geplant. Durch den Austausch von Fachwissen wollen die Parks ihre Schutzstrategien verbessern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel stärken. Die Vereinbarung baut auf den langjährigen Verbindungen zwischen Baden-Württemberg und den brasilianischen Schutzgebieten auf.