Baden-Württemberg stärkt mit neuer Führungsetage die Wirtschaftsbeziehungen zu Japan
Bernhardine RörrichtBaden-Württemberg stärkt mit neuer Führungsetage die Wirtschaftsbeziehungen zu Japan
Baden-Württemberg hat eine neue Führungsetage berufen, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu Japan zu stärken. Dr. Lucas Witoslawski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Japanischen Industrie- und Handelskammer (AHK Japan), übernimmt die Rolle des Wirtschaftsvertreters. Mit diesem Schritt sollen die Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Handel und Innovation zwischen den beiden Regionen vertieft werden.
Japan bleibt eine globale Schlüsselmacht und belegt 2024/2025 Platz vier der größten Volkswirtschaften weltweit. Als Hochtechnologie- und forschungsgetriebener Standort ist das Land ein attraktiver Partner für die Wirtschaft Baden-Württembergs.
Die neue Niederlassung in Japan wird als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Akteure fungieren. Sie unterstützt Firmen aus Baden-Württemberg beim Markteintritt in Japan und begleitet japanische Unternehmen, die in Deutschland Fuß fassen möchten. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten gezielte Hilfe, um die Herausforderungen auf dem japanischen Markt zu meistern.
Victor Arnhold, Berater bei der AHK Japan, wird als Innovationsscout tätig sein. Seine Aufgabe besteht darin, technologische Entwicklungen in Japan zu beobachten – insbesondere in Bereichen, die für Baden-Württembergs Wirtschaft relevant sind. Zu den Schwerpunkten zählen Mobilität und Automobilbau, Robotik, künstliche Intelligenz, Gesundheitswesen, erneuerbare Energien und Klimatechnologien. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der wachsenden Start-up-Szene Japans sowie auf Fortschritten in den Bereichen Verteidigung und Sicherheitstechnologien.
Die Initiative baut auf einer langjährigen Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Japan auf. Seit dem 24. November 1989 besteht eine regionale Vereinbarung, während das Wirtschaftsabkommen zwischen der EU und Japan (EPA) am 1. Februar 2019 in Kraft trat. Zudem wurde im Juni 2019 eine deutsch-japanische Energiepartnerschaft ins Leben gerufen. Die neue Führung wird die Beziehungen zur Präfektur Kanagawa weiter ausbauen und neue Chancen in Innovation und wirtschaftlicher Zusammenarbeit erschließen.
Die Berufung von Dr. Witoslawski und die erweiterte Rolle des AHK-Japan-Büros unterstreichen den erneuerten Vorstoß für engere Wirtschaftsbeziehungen. Baden-Württembergs Fokus auf Hochtechnologiebranchen passt zu Japans Stärken in Forschung und Entwicklung. Die Partnerschaft zielt darauf ab, konkrete Möglichkeiten für Unternehmen beider Regionen zu schaffen – insbesondere in aufstrebenden Zukunftsbranchen.