07 April 2026, 22:29

Baden-Württemberg setzt auf Wasserstoff-Importe trotz 100-Millionen-Förderung für lokale Produktion

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030", für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 wirbt.

Baden-Württemberg setzt auf Wasserstoff-Importe trotz 100-Millionen-Förderung für lokale Produktion

Baden-Württemberg hat ein Förderprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro gestartet, um die lokale Produktion von grünem Wasserstoff zu stärken. Dennoch räumen Beamte ein, dass die Region auch künftig stark auf Importe angewiesen sein wird, um die Nachfrage zu decken. Eine neue Studie skizziert nun, wie diese Importe funktionieren könnten und woher sie stammen könnten.

Das Energieministerium des Landes beauftragte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) mit der Bewertung von Versorgungsoptionen für Wasserstoff. Der unter dem Titel "Bewertung von Wasserstoff- und Wasserstoffderivat-Versorgungsoptionen für Baden-Württemberg" veröffentlichte Bericht betont die Notwendigkeit von Importen aufgrund begrenzter Flächen für die lokale Produktion. Aktuelle Schätzungen zufolge liegen die Kosten für die Wasserstoffherstellung in der Region bei 3,40 bis 3,80 Euro pro Kilogramm.

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Acht potenzielle Importquellen wurden identifiziert: Ostkanada, Algerien, Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Norwegen, Finnland, Schottland und Spanien. Die Studie sieht den Pipeline-Transport langfristig als die kostengünstigste Option an, mit prognostizierten Kosten von 2,40 bis 4,30 Euro pro Kilogramm bis 2040. Der Schiffsverkehr, obwohl flexibler, würde eine größere Bandbreite an Energieträgern und Lieferanten ermöglichen.

Energieministerin Thekla Walker betonte, dass Importe eine zentrale Rolle beim Ausbau der Wasserstoffkapazitäten spielen werden. Die Ergebnisse decken sich mit dem neuen Landesprogramm "ELY", das sowohl die regionale Produktion fördern als auch eine gemischte Versorgungsstrategie vorbereiten soll.

Die Studie bestätigt, dass Baden-Württemberg allein auf die heimische Produktion nicht setzen kann. Mit Pipeline- und Schiffsrouten in der Prüfung plant die Region nun, wie sie Wasserstoff von globalen Partnern beziehen kann. Der 100-Millionen-Euro-"ELY"-Fonds wird diese Importpläne begleiten, um ein ausgewogenes Versorgungssystem aufzubauen.

Quelle